ben, bewusste wie unbewusste, kollektive wie individuelle. SolcheKultur meint Gesellschaft im Vollzug ihres praktischen Lebens" 12.Ethnologisch- europäische Studien wollen sich somit in der Gegen-standsauffassung, in der theoretischen und methodischen Anlagewie auch in der Erklärung des Erkenntnisinteresses von herkömmlichvolkskundlichen Studien unterscheiden:„ Kultur kann danach wederals ein festes System von Traditionen, Werten, Handlungsweisen undSymbolen verstanden werden, das sich in ständiger Wiederholungfortsetzt, noch kann sie gewissermaßen in Landkartenform gebrachtwerden, die politisch- geographisch- sprachliche Einheiten einfach als, nationale Kulturen' deklariert." 13
,, Ethnographie ohne Grenzen"- ein Museumsprojekt
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Die Europäischen Ethnologie an der Wende! Was bedeutet dasneben dem veränderten Wissenschaftsprojekt für ein Museumspro-jekt? Wolfgang Kaschuba bemerkt am Schluss seiner Ausführungen,, Zum Programm einer Europäischen Ethnologie" pointiert:„ im Muse-um, das für das Vergangene zuständig ist, kann- beispielsweiseeine, Deutsche( somit nationale) Volkskunde' in ihrem buchstäbli-chen Sinn heute nur mehr Ausstellungsobjekt sein“. Vor einer solchenProblematik stehen gegenwärtig insgesamt die Volkskundemuseenin Europa. Neue Lösungen oder Ansätze zu solchen Lösungenkönnen dabei verschiedenartig sein. Dem Ethnographischen Muse-um Schloss Kittsee ist es vorderhand mangels finanzieller Mittel nichtmöglich, seine nun schon ein Vierteljahrhundert alte ständige Schau-sammlung mit ihrer Vermittlung fiktiver statischer Bilder der Volkskul-turen Ost- und Südosteuropas in neuer Konzeption darzubieten. DieDurchführung von ethnographischen Ausstellungen mit ausländi-schen Partnern erlaubt es jedoch, neben der persönlichen und insti-tutionellen Kontaktpflege die wissenschaftliche Auseinandersetzungin thematischen Fragen und aktuellen Forschungsansätzen zu be-treiben. Den Rahmen hierfür bietet die anfangs schon erwähnte neueDialogplattform des EMK mit der Bezeichnung„ Ethnologie- ForumMittel und Osteuropa( EFMO)". Unser gegenwärtiges bulgarisch-Österreichisches Kolloquium aus Anlass der partnerschaftlichen Aus-stellung ist hierfür ein vorzügliches Exempel.
Das Österreichische Museum für Volkskunde in Wien- um hier dasandere in unserem Wirkungsbereich liegende Beispiel anzuführen-hat vor fünf Jahren seine neukonzipierte und neugestaltete„ ,, Schau-
12 Wolfgang Kaschuba: wie Anm. 11, S. 107.
13 Wolfgang Kaschuba: wie Anm. 12.
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