Die Fahrten der k.( u.) k. Kriegsmarine und derk.k. Handelsmarine zur Insel Zypernzwischen 1814 und 1918
Peter Jung
Allgemeine Vorbemerkungen
In Zeiten ohne mögliche Flugverbindungen war es Angelegenheit derKriegs- und Handelsmarine Österreichs( später: Österreich- Ungarns),im offiziellen Sinn mit der Insel Zypern in Kontakt zu treten.Nach den Wirren der napoleonischen Kriege hatte Österreich im Jahr1814 seine Küstengebiete rückerobert. Für etwas mehr als 100 Jahrewar es aus diesem Grunde wieder möglich, die österreichischen Flaggenauf dem Meer zu zeigen.1
Für die Kriegsmarine bildete lange Zeit der Hafen von Venedig dieHeimatbasis, bis man unter den Eindrücken des Verlustes der Lombar-dei das Schwergewicht auf die diesseitige Küste der Adria nach Polaverlegte. Venedig ging 1866 unwiederbringlich verloren, Pola blieb da-nach der Hauptkriegshafen bis zum Ende der Monarchie im Jahre1918. Die Handelsmarine hatte schon früh die wirtschaftliche WichtigkeitTriests erkannt, weshalb dieser Hafen auch bis zum Ausbruch desErsten Weltkrieges den pulsierenden Schwerpunkt der österreichischenPassagierschiffahrt bildete, gefolgt von Fiume( heute: Rijeka) für dienach 1867 in der ungarischen Reichshälfe registrierten Schiffe.
Die Neuordnung Europas im Zuge des Wiener Kongresses von 1815befriedete zwar Mittel- und Westeuropa, die Levante jedoch, für Öster-reich der Handelspartner schlechthin, verblieb bis in die 40er Jahre desvorigen Jahrhunderts ein Unruheherd, den es galt einerseits zu beob-achten, andererseits gegen eigene Interessen nicht übermächtig werdenzu lassen.
Wesentlich dabei waren Schutz und Hilfe für in dieser Region im DiensteÖsterreichs politisch und wirtschaftlich operierende Personen, daneben,für die Zeit bis etwa 1848 zumindest genauso wichtig, der Schutz derHandelsschiffahrt vor der in diesen Gewässern noch immer herrschen-den Piraterie im weitesten Sinn.
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