Österreichische und deutsche Zypernforscher1800-19141
Polychronis Enepekides
Diese kurze Mitteilung, die lediglich einen Abschnitt einer größerenArbeit über„ Deutschsprachige Reiseliteratur über Griechenland undKleinasien seit ca. 1700 bis 1922" darstellt, ist getragen vom Gedanken,die Leistungen hervorragender Zypernforscher österreichischer unddeutscher Herkunft kurz in Erinnerung zu rufen bzw. zu würdigen, zudemzielt der Beitrag darauf ab, für einige Werke der einschlägigen Literatur,die bisher nur der kleinen Gemeinde der deutschkundigen Fachgenos-sen zugänglich waren, geeignete griechische Übersetzer zu gewinnen.Ich denke in erster Linie an den unvergleichlichen Orientalisten Glossar ::: zum Glossareintrag Orientalisten FreiherrnJoseph von Hammer- Purgstall, ferner an den leider unverdienterweisein Vergessenheit geratenen, livländischen Altertumswissenschaftler undhoffnungsvollen Orientalisten Glossar ::: zum Glossareintrag Orientalisten Otto Friedrich von Richter, dann selbstver-ständlich an den ersten Kustos für griechische Altertümer im neugegrün-deten griechischen Staat, Archäologieprofessor Ludwig Ross, und nichtzuletzt an den in München geborenen und in Österreich wirkendenGeographen und verdienstvollen Zypernhistoriker Eugen Oberhummer.Und wer mehr Zeit hat, der sollte sich auch Max Ohnefalsch- Richterzuwenden und den fratres minores der unübersichtlichen Reiseliteraturder Orientfahrer Glossar ::: zum Glossareintrag Orientfahrer, die auf ihren kleinasiatischen Fahrten auch den fastobligaten Abstecher, vorzugsweise auf dem Wege nach dem HeiligenLand oder auf dem Rückweg von dort in die Heimat, nach Zyperntraditionsmäßig zu unternehmen pflegten: Carsten Niebuhr, Julius H.Petermann und die namenlose Legion der Palästinapilger. Daß mancheZypern- Werke, wie beispielsweise Franz Löhers Reiseberichte überNatur und Landschaft, Volk und Geschichte Zyperns, 2 von welchenspäter noch die Rede sein wird, bereits in andere Weltsprachen, haupt-sächlich englisch, übersetzt worden sind- aber nicht griechisch- machtdie Mühe einer griechischen Übersetzung nicht überflüssig. Vor allenDingen deshalb, weil gerade in diesen anspruchslosen, ja oft harmlosenReiseschilderungen ohne wissenschaftliche Thematik und Motivation,sehr viel Literarisches, wenigstens als Ambition, verborgen ist- einAspekt der Zypern- Forschung, der im Fahrwasser des Historismus und
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