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Das Blatt im Meer : Zypern in österreichischen Sammlungen ; Begleitbuch zur Sonderausstellung vom 26. April bis 2. November 1997 im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee
(Burgenland)
Entstehung
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4. Franz Unger in Zypern

Trotz seines ,, vorgerückten Alters 41 hatte sich F. Unger, im Jahre 1800in Leutschach in der Steiermark geboren, 42 zu einer Reise in die Levanteentschlossen, auf der er, von Th. Kotschy begleitet, am 26. März 1862in Larnaka eintraf und am 28. Mai 1862 Zypern wiederum von diesemHafen verließ.43 Als Professor für Anatomie und Physiologie der Pflan-zen an der Universität Wien war F. Unger ein geübter Mikroskopiker; esverwundert daher nicht, daß er sich mit dem berühmten Schaum be-schäftigte, der, an den Meeresküsten Zyperns und den Ufern der dorti-gen Salzseen gebildet, seit dem Altertum die Beobachter fasziniert undüber den Th. Kotschy schon bei seiner Ankunft in Zypern im März 1859notiert hatte:

,, Nimmt man ein Stück des Schaumes in die Hand, so kann man es wieSeifenblasen hoch in die Luft blasen, ohne dass es zergeht, und es fällt wiederals Schaum auf den Boden herab." 44

Am 10. April 1862 sammelte F. Unger in der Nähe von Larnaka mit einemInsektenfänger große Mengen dieser Masse, bemerkte aber gleich,, dass der feine Schaum eine Menge kleiner wie Sand anzufühlendeKörnchen enthielt". 45 Eine mikroskopische Untersuchung, wohl in sei-nem Standquartier, dem Haus des k.k. Konsuls Giuseppe Pascotini inLarnaka, 46 durchgeführt, ergab massenhaft Krebstiere( vor allem Eierund Jungtiere) sowie Algen, 47 die F. Unger auch in einer Zeichnungfesthielt. Seine Analyse schließt er mit folgender Bemerkung ab:

,, Daraus ist demnach ersichtlich, dass die Ansammlung von Meeresschaum andiesem Gestade eine sehr in die Augen springende Erscheinung ist, es auchfrüherhin war, und daher allerdings der Ansicht von der Entstehung der Aphroditezu Grunde liegen kann[...]." 48

In der Monographie Die Insel Cypern verfaßte F. Unger an Textenbotanischen Inhalts die einleitenden Abschnitte des Kapitels ,, Vegetationder Insel" und die Kapitel ,, Wichtige Arznei- und Handelsgewächse undderen Producte und Zustand der Agricultur", während seine Darstel-lung der Kryptogamen Zyperns weitgehend auf Vorarbeiten Andererberuht. F. Ungers besonderes Interesse galt auch dem schon von F.Bauer gezeichneten Christholz, über das er den folgenden eindrucksvol-len Bericht liefert:

,, Wir hatten die Ostern in dem kleinen Kloster Melandrina, an der Nordostseiteder Insel, zuzubringen beschlossen[...]. Die kirchlichen Functionen, deren wirZeugen waren und wobei namentlich in der griechischen Kirche Räucherwerk

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