sammeln die Früchte, bevor die Eicheln ausfallen, trocknen sie an der Luft, umdieselben im Winter dem Futter ihrer Hausthiere beizumengen." 27
Illustriert ist Th. Kotschys Beschreibung mit einer Farblithographie( Abb. 5), die auf einer durch Joseph Seboth nach Herbarmaterial ange-fertigten Vorzeichnung beruht.
Über Th. Kotschys zweiten Aufenthalt in Zypern sind wir dank eines ingedruckter Form vorliegenden, tagebuchartigen Reiseberichts gut infor-miert 28; begleitet war er von dem bereits genannten, im Jahre 1814 inWien geborenen J. Seboth( auch Seeboth), 29 von dem allerdings keineauf der Insel hergestellten Pflanzenabbildungen bekannt sind. Am 6.April 1859 bestieg Th. Kotschy, damals Custos- Adjunkt am k.k. botani-schen Hof- Cabinet in Wien, die höchste Erhebung des Troodos- Gebir-ges, wobei seine besondere Aufmerksamkeit der genannten Eiche galt,und schreibt darüber:
,, Ich beschloss[...], einen Führer im Dorfe aufzusuchen[...]. Es fand sich einrüstiger Mann von 20 Jahren, der des ganzen Berges kundig war, und ausser-dem nahm ich noch einen anderen als Träger mit.[...] Als wir an dem erstenSchnee angelangt waren, erblickten wir den später Crocus cyprius benanntenweiss- bläulich blühenden Safran, wie er sich mit seinen Blumen durch dieSchneedecke durcharbeitete. Von da an, etwa ein Drittel der Berghöhe vonProdromos aus, war die ganze Bergspitze auf mehr als 1000 Fuss herab inhohen Winterschnee gehüllt, die immergrüne Quercus alnifolia ragte aber nochimmer mit den Spitzen ihrer Äste aus dem Schnee hervor.[...] In dem von Schneefreien Gerölle wurden einige Wurzelstöcke von Berberis, Hypericum, Alyssum,Marrubium und Veronica caespitosa, Labill. ausgegraben,[...] Am 7. April sandteich zwei Eingeborne auf die Nordseite des Berges, um recht schnell eine PartieMoos herbeizuschaffen, damit die gestrige bedeutende Ausbeute an lebendenPflanzen zum Versenden nach Wien eingepackt werden könnte." 30
Ähnlich J. Sibthorp und seinen Begleitern 31 besuchten Th. Kotschy undJ. Seboth auch das Trooditissa- Kloster bei Prodromos. 32 Th. Kotschygibt eine auch in botanischer Hinsicht interessante Beschreibung desihm am 7. April 1859 servierten Mittagessens:
,, Der Regen goss in starken Strömen herab, während die gemeinschaftliche Tafelbereitet wurde. Der Oberste bedauerte, wegen Fasten nicht in unserer Mittesitzen zu dürfen und uns kein frisches Fleisch auftragen zu können. An 15Geistliche versammelten sich und nahmen nach einem kurzen Gebete nebenuns Platz. Die Gerichte, welche für uns aufgetragen wurden, bestanden ingekochtem Reis mit Fett, einer Mehlspeise mit Milch, gedörrtem Fleisch vomMuflon, dem wilden Schaf dieser Berge, trefflichem Käse und frischem Brod.Grosse irdene Krüge mit altem Wein füllten die Gläser und die Toaste wollten
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