Druckschrift 
Das Blatt im Meer : Zypern in österreichischen Sammlungen ; Begleitbuch zur Sonderausstellung vom 26. April bis 2. November 1997 im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee
(Burgenland)
Entstehung
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des archäologischen Taumels bisher unberücksichtigt geblieben bzw.als Forschungsvorhaben vollkommen übergangen worden ist.

In einer Zeit, da besonders im deutschsprachigen Raum so viel über,, Hochkultur" und Volkskultur" gesprochen und gestritten wird, und beideKulturkonzeptionen durch eine politische Ideologie als quasi Gegensätz-lichkeiten aufgefaßt und dargestellt werden, sollte man die menschlicheDimension des sogenannten Volkstums und der Landschaft, in der eslebt, nicht als unwissenschaftlich außer acht lassen. Und eines solchenPostulates wird bekanntlich am besten die schöngeistige Literatur ge-recht, so naiv und harmlos ihre vielfältigen Formen, ganz besonders inoft flüchtigen Eindrücken der Reiseschilderungen, auch erscheinen mö-gen. Manch dichterische Empfindsamkeit eines Joseph von Hammer-Purgstall oder Rudolf Binding, einer Helene Nostitz- um nur einigeReisende zu nennen- wiegt an Erlebnisstärke und historischem Sinnden ganzen Wust an elitärer, gelehrter Forschungsleidenschaft auf.Darüber mehr mit Beispielen am Schluß des kurzen Beitrages.Ausgangspunkt für jede Zypern betreffende Forschung bleiben weiterhindie beiden bibliographischen Behelfe von Claude Delaval Cobham AnAttempt at a Bibliography of Cyprus( in mehreren Auflagen erschienen;in der fünften von Cambridge, 1908, werden 860 Werke angeführt), undspäter mit J. T. Hutchinson Handbook of Cyprus, London, 1901, und diegründlichere im Sinne der bibliographie raisonnée von Eugen Oberhum-mer Bericht über die Geographie von Griechenland, III, Kypros, in denJahresberichten über die Fortschritte der classischen Altertumswissen-schaften, Jahrgang 1893: 29–96. Daß solche Nachschlagewerke ihremWesen nach dazu da sind, fortwährend ergänzt zu werden, versteht sichvon selbst.

Einen Blick hinter die diplomatischen Kulissen des Zypern- Vertrageszwischen der Türkei und Großbritannien vom Jahre 1878 gewährt unsder etwas umständliche Bericht des deutschen Diplomaten LudwigRaschdau, veröffentlicht in seinen Memoiren.³ Raschdau war in denJahren 1877-1879 im Orient Glossar ::: zum Glossareintrag  Orient im diplomatischen Dienst tätig.

Drei österreichische wissenschaftliche Einrichtungen trugen wesentlichzur Erforschung des Orients Glossar ::: zum Glossareintrag  Orients, Kleinasiens und Zyperns bei: 1. Die bereitsim Jahre 1717 errichteten Kaiserlichen Ingenieur- Akademien in Wienund Brüssel, die Marksteine für die Entwicklung einer wissenschaftlichenKartographie bilden, 2. die österreichische Militärkartographie mit densogenannten Josephinischen Aufnahmen" und 3. die Kaiserliche, heuteÖsterreichische, Akademie der Wissenschaften, mit ihren zahlreichenExpeditionen.4

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