stehenden Kapazitäten( Laderaum, Personal) dazu, voluminöse ,, Sam-melobjekte" auszuführen.
Diplomaten und Archäologen ließen sich mit ihren Angehörigen längereZeit auf Zypern nieder und führten langfristige Erwerbs- bzw. Forschungs-tätigkeiten auf Zypern durch. Sie unterhielten berufsbedingt primär Kon-takt zur Oberschicht in den Städten Zyperns, doch brachten sie ihreAktivitäten auch mit übrigen Teilen der Bevölkerung in Berührung. Be-vollmächtigte bestimmter Gesellschaften( der Schiffahrtsgesellschaft,, Lloyd Austriaco" etwa) nahmen später mitunter auch konsularischeAufgaben wahr. Erst auf Zypern begannen manche von ihnen Samm-lungen anzulegen, von Ethnographica jedoch ist nichts bekannt. Zu denVorreitern der Beschäftigung mit zypriotischer Ethnographie gehörtenArchäologen, denen manche„ archaische" Herstellungstechnik der re-zenten Bevölkerung bei der Fundinterpretation dienlich zu sein schien.Der genannte Personenkreis hatte gegebenenfalls die materiellen undräumlichen Möglichkeiten, auch sperrige oder fragile Objekte systema-tisch sammeln zu können.
Im 20. Jahrhundert tut sich eine Vielfalt des Zypernreisens hinsichtlichMotivation und Durchführung auf, die es nicht mehr erlaubt, sie in Typenzu fassen. Ethnologisch im weitesten Sinne betätigte sich Hedwig Lüde-ke aus Berlin, eine gebürtige Wienerin, welche in den 30er Jahren diemündlich überlieferte Dichtung der liedkundigen Zypriotinnen und Zypriotenaufzeichnete. Erst mit der Sammlung Krpata gelangten Ende der 80erJahre wieder zypriotische Ethnographica in österreichische Museen.Eine Darstellung der österreichisch- zypriotischen Beziehungen wärenicht vollständig, ohne Berücksichtigung der österreichischen Beteili-gung an Peace- keeping Operations der UNO auf Zypern ab 1964.
Maximilian Wilding
12