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Galizien in Bildern : die Originalillustrationen für das "Kronprinzenwerk" aus den Beständen der Fideikommißbibliothek der Österreichischen Nationalbibliothek
Entstehung
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Die Sägewerkindustrie hat sich mit der Vervollkommnung derVerkehrsmittel auffallend schnell entwickelt, indem neben denprimitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitiven, mit einer einzigen Säge arbeitenden Sägemühlenimmer häufiger größere Wasser- und Dampfsägen... entstanden,welche nicht nur die kleinen Sägemühlen, sondern auch die( ineinigen Gegenden und ausnahmsweise übliche) Handsägerei bei-nahe vollständig verdrängten..."

Die Produkte der Sägewerksindustrie, durch welche hauptsäch-lich die galizischen Wälder ausgenutzt werden, sind sehr mannig-faltig, denn dieselbe liefert dem Handel vom einfachsten Kisten-brett oder einer Dachlatte die verschiedensten Sortimente biszum schönsten, fertig zugeschnittenen und gehobelten Tischler-und Musikinstrumentenholz. Diese weit über das Bedürfniß desLandes gehende Production bildet einen der wichtigsten Postenin den Ausfuhrausweisen." Sie beschickt mit ihren ausgezeichne-ten Erzeugnissen nicht nur die west- und südeuropäischen, son-dern auch viele orientalische Glossar ::: zum Glossareintrag  orientalische Holzmärkte.( ÖUM, 833)

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Hugo CHARLEMONTSteinkohlengrube von Jaworzno( Jaworznoer Gewerkschaft)

Tuschzeichnung

13,8 cm x 20,0 cm

Pk 1131/663

Lit.: ÖUM, 843

Die ältesten und heute[ 1914] noch fast einzigen Bergwerke aufgalizischem Boden finden sich in Jaworzno und Siersza,..."( MeinÖsterreich, mein Heimatland. 2. 1914. S. 436) Für das industriellsehr schwach entwickelte Land stellte der modern" ausgestatte-te und produktive Betrieb in Jaworzno ein Aushängeschild dar.Hugo Charlemont setzte ins Bild, was in diesem für das Land re-präsentativen Werk unerläßlich gezeigt werden mußte.Allerdings verliert sich die Schönheit der Natur angesichts derWerksanlagen mit dem rauchenden Schlot, den Kohlenhaldenund den Pferdchen vor den beladenen Förderwagen. Alle dieBergbau treibenden Orte, besonders aber Jaworzno, nehmeneine Physiognomie an, die in allem an die Fabriksorte öster-reichisch und preußisch Schlesiens erinnern. Die Schächte undFörderwerke, die ärmlichen Ziegelhäuser und schwarzen Land-straßen" bestimmen das Landschaftsbild, das Überwiegen der Ar-beiterbevölkerung und das rasche Wachsen der Bevölkerung( 5%jährlich in Jaworzno!) gibt den Orten ihr Gepräge.( Mein Öster-reich, mein Heimatland. 2. 1914. S. 437)

Vom geologischen Aufbau ist das Krakauer Gebiet mit zahlrei-chen und bedeutenden Steinkohlen-, Blei-, Zink- und Eisenerz-gruben ausgestattet. Die Steinkohlenlager des Krakauer Gebietes... wurden erst am Ende des XVIII. Jahrhunderts bei Jaworzno ander preußisch- russischen Grenze entdeckt. Bereits im Jahre 1797existirte eine preußische Cameral- Kohlengrube bei Jaworzno,welche in diesem Jahre 10.000 Metercentner Grob- und Klein-kohle erzeugte[ 1 Metercentner= 100 Kilogramm], und aus demersten Jahrzehnte des XIX. Jahrhunderts werden schon mehrereprivate Kohlenwerke in Jaworzno, Dąbrowa, Luszowice und Ten-czynek mit einer Jahresproduktion von über 100.000 Metercent-nern erwähnt. Der größte Theil dieser Gruben ging später in denBesitz des Ärars über, welches aber den Abbau und die Productionwenig entwickelte. Erst im Jahre 1871, nach der Gründung der Ja-worznoer Gewerkschaft, welche die ärarischen und dann auchmehrere benachbarte Privat- Kohlenwerke erwarb, begann in Ja-worzno- nunmehr dem Hauptcentrum des Kohlenbergbaues imKrakauer Reviere- ein rationeller, ausgedehnter und den moder-nen Ansprüchen entsprechender Bergbau in größerem Maßsta-be."( ÖUM, 845 f.)

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Hugo CHARLEMONT

Eisenhüttenwerk in Węgierska Górka bei Saybusch( Żywiec); Besitzer: Erzherzog Friedrich

Tuschzeichnung

19,9 cm x 13,8 cmPk 1131/664Lit.: ÖUM, 845

Mit der Darstellung des Eisenhüttenwerkes von Węgierska Górkaräumt Hugo Charlemont einem eher kleinen, sehr spezialisiertenBetrieb den Platz ein. Durch seinen Standort an einer mit Vegeta-tion belebten Wasserfläche verfällt es nicht völlig der Tristesse derSteinkohle produzierenden Fabriksorte.

Über den productiven Steinkohlenschichten liegt im KrakauerGebiete die stark entwickelte Triasformation, deren mittlereStufe, der Muschelkalk, an zahlreichen Punkten Eisen-, Blei- undZinkerze enthält." Wenn auch diese Erzlager an Ergiebigkeit undBedeutung nicht konkurrenzfähig waren, hatte sich doch imSinne der Autarkie ein ziemlich umfassender und lohnenderBergbau, hauptsächlich auf Zinkerze entwickelt,...( ÖUM, 846)Der Abbau der Eisenerze aber war in stetigem Rückgang begriffen.,, Wenig mächtig und mehr in einzelnen Nestern als in continuirli-chen Lagern abgesetzt, bilden die stets zinkhältigen Brauneisen-steine dieser Gegend den Gegenstand eines immer mehr erlah-menden Bergbaues, dessen Gesammtproduction im Krakauer Re-viere- und zugleich auch in ganz Galizien im Jahre 1893:85.641 Metercentner Eisenerze im Werthe von 17.405 Gulden, imJahre 1895 dagegen kaum.7.009 Metercentner im Werthe von1.201 Gulden erreichte. Diese Eisenerze werden größtentheils indie Eisenwerke von Witkowitz und Oberschlesiens abgesetzt undnur ein geringer Theil gelangt hie und da in das einzige in Galizi-en befindliche, nunmehr seiner kaiserlichen Hoheit dem Erzher-zog Friedrich gehörige Eisenwerk von Węgierska- Górka bei Say-busch, welches in zwei Hochöfen blos Guẞware und zwar mei-stens aus fremden Erzen erzeugt."( ÖUM, 848)

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Hugo CHARLEMONT

Industrieanlage in Saybusch( Żywiec); Besitzer: ErzherzogFriedrich

sig. HCharlemont"Tuschzeichnung8,7 cm x 13,8 cmPk 1131/668Lit.: ÖUM, 869

In dem um die Jahrhundertwende noch vorwiegend landwirt-schaftlich orientierten Galizien stellten Industrieanlagen mitrauchenden Schloten Perspektiven für die Zukunft dar. Saybuschwar ein Zentrum der unterschiedlichsten Betriebe. Charlemontpräsentiert einen Ausschnitt aus diesen industriellen Etablisse-ments".

Saybusch( Żywiec) bietet von seiner Lage her und als Verkehrs-knotenpunkt einen sehr günstigen Industriestandort. Żywiec mitder Vorstadt Zabłocie einen Doppelort bildend, ist der Hauptortdes hübschen und wissenschaftlich interessanten ŻywiecerBeckens, das mitten in die westgalizischen Beskiden eingesenktist." Das Becken zeichnet sich durch fruchtbare, gut bestellte Fel-der, dichte Bevölkerung und eine Konzentration von Fluß- undVerkehrsadern aus. Für die dichte Goralenbevölkerung desBeckens ist Żywiec das natürliche Zentrum.

Die sehenswerten alten Kirchen halten die Verbindung mit derVergangenheit aufrecht, die großen Fabriken in Żywiec selbst( Zündhölzer, Papier), sowie der Umgebung( Brauerei in Pawlusie,Eisenhütte in Węgierska Górka) öffnen hinwiederum neue Per-spektiven in die Zukunft."( Mein Österreich, mein Heimatland. 2.1914. S. 437) Industriell hergestellt wurden in Saybusch außer-dem Furniere, Tuch, Bier, und Liköre. Es gab eine Kalkbrennerei,ein Eisenwalzwerk, eine Eisengießerei und eine chemische Fabrik

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