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Galizien in Bildern : die Originalillustrationen für das "Kronprinzenwerk" aus den Beständen der Fideikommißbibliothek der Österreichischen Nationalbibliothek
Entstehung
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Der junge Mann hat einen ähnlichen serdak" lose um die Schul-tern gehängt. Darunter wird das lange, bis über die Knie reichen-de Leinenhemd mit einem breiten Ledergürtel sichtbar. Er trägtRöhrenstiefel und einen breitkrempigen Hut.

Der ,, serdak" des alten Mannes weicht durch den seitlichen Ver-schluß im Schnitt leicht ab. Seine Fußbekleidung sind lederne, ineine Spitze auslaufende, schwarze Bundschuhe( kapci, postoly).Das Mädchen im Hintergrund ist mit einem mit Pelzkragen ver-brämten kiptar"( Gilet) bekleidet. Die beiden Mädchenihren langen Haaren als solche kenntlich- fallen durch ihreKopfbedeckung auf, die sich wie ein dickes Band um die Stirn

legt.

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Zygmunt AJDUKIEWICZ

Bojkengruppe aus Hrebenów( Bezirk Stryi)

sig. ZA"

Ölskizze( Grisaille)

35,0 cm x 27,0 cmPk 1131/12

Lit.: ÖUM, 401

- an

Das Costüm der Huzulen und Bojken zeigt im einzelnen viel Ei-genartiges, aber im Allgemeinen einen und denselben Typus....Die Tracht der Bojken ist einfacher und bescheidener, währenddie Huzulentracht, besonders die malerische Sonntagstracht sichdurch reiche Verzierungen auszeichnet, welche einen ausgepräg-ten Sinn für Glanz und Farbenharmonie bekunden."( ÖUM, 388)Hier sehen wir drei Personen, ein Ehepaar und eine alte Frau, wieim Photoatelier zur Aufnahme postiert. Da steht der Mann, linksim Bild, bescheiden in seinem dunklen( dunkelbraunen) Tuch-rock, dem kurzen, bis an die Knie reichenden serdak mit klei-nem Stehkragen und ohne jeden Aufputz oder Stickerei. Darunterträgt er den kurzen Pelz ohne Ärmel, den kiptar, an den Vorder-kanten verbrämt mit kurzhaarigem Lammfell. Die weiten, weißenTuchhosen werden an den Knöcheln mit der Verschnürung derBundschuhe zusammengehalten. Als Fußbekleidung gebrauchtder Huzule[ und Bojke] aus ungegerbtem, braunem Leder verfer-tigte Sandalen( postoly), welche oberhalb des Knöchels mit Le-derstreifen oder mit einer wollenen Schnur gebunden werden."( ÖUM, 388) In der Hand hält der Mann seinen Strohhut. In derMitte sitzt die Frau, ebenfalls mit einem dunklen Tuchrock beklei-det, sowie dem kurzen serdak", der um die Mitte mit einem Stoff-gürtel zusammengehalten wird und an der Brust einen V- förmi-gen Ausschnitt offenhält. Darunter ist ein weißes Leinenhemd zuerahnen und eine mehrreihige Perlenkette aus Glas oder Koral-

len. Ein weiter, weißer Rock mit Borte und eine Schürze vervoll-ständigen die Tracht. Bei den Bojken tragen die Frauen undMädchen leinene weiße oder farbige Unterröcke, welche künst-lich gefaltet sind( risówini), und Leinenschürzen, welche miteinem rothen Harras- Gürtel zusammengehalten werden."( ÖUM,390) Über einem unmittelbar über das Haar gebundenen Tuchträgt die Frau ein buntes Wolltuch, das unter dem Kinn ver-schlungen und geknotet ist. Ähnlich kleidet sich die alte Frau: einweiter Rock, ein weißes Leinenhemd und darüber der ärmellose,, kiptar mit Pelzverbrämung. Auf dem Kopf hat sie ein eng anlie-gendes, die Ohren nicht bedeckendes Kopftuch, dessen Enden imNacken gekreuzt und über die Stirn geführt werden. Die ganze Familie"( auch die beiden Frauen) trägt die genannten braunenLedersandalen( postoly).

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Julian von ZACHARIEWICZ

Anwesen in Zwiniacz nächst Czortków in Podolien

sig. ,, JZ"

Bleistiftzeichung mit Weißhöhungen

15,5 cm x 27,9 cm

Pk 1131/2367

Lit.: ÖUM, 403

Die podolischen Dörfer unterscheiden sich auf den ersten Blickdurch ihr eigenartiges Gepräge von den Ortsanlagen anderer Ge-genden in Galizien. die Dörfer sind langgestreckt. Die Gehöfteziehen sich in zwei Reihen längs einer Gasse und sind entwedermit einer Hecke umzäunt oder,... in waldarmen Gegenden, mitSteinmauern oder einem Erdwall umgeben."( ÖUM, 392)Zachariewicz bietet uns Einblick in eine solche Gehöftstraße"[ Gehöftgasse], auf der sich die Haustiere frei bewegen. Die Kuhlinks wird in den Stall geführt, während das Schwein, die Enten,Hühner und das Lamm freien Auslauf genießen. Doch der Blickwird in erster Linie auf das Wohnhaus rechts mit dem davor lie-genden, umzäunten Garten gezogen. Das Walmdach ist stufenför-mig mit Stroh gedeckt, wozu die Schauben an den Ähren gefaßtwerden und mit den Schnittstellen nach unten abstehen. DieStrohdeckung ist zusätzlich am Giebel und entlang der Längssei-ten des Hauses mit sich kreuzenden Hölzern befestigt. Ein Rauch-fang und zwei Luftluken im Dach ent- und belüften den Raumund das Dach. Dem Beschauer zugewandt sind die Eingangstürund die beiden Fenster. Auf die Konstruktion des Hauses geht dasWerk selbst ein. Die podolischen Bauernhütten, sowie auch dieWirthschaftsgebäude bestehen aus geflochtenen, mit Lehm ange-worfenen und in Holzpfeiler eingefaßten Wänden. Die Dächersind mit Stroh stufenartig gedeckt und bei wohlhabenderen Bau-ern mit einem aus hölzernem Flechtwerk hergestellten und mitLehm angeworfenen Rauchfang versehen, wogegen ärmere LeuteHütten ohne Rauchfang( kurna chata)[ Rauchhütten] bewohnen,Die Hütte des ärmeren Bauern besteht aus einer Wohnstube undeinem Vorhause; bei den reicheren findet man in der Mitte dasHauses ein Vorhaus( siny), aus welchem eine Thür links in dieWohnstube, rechts in das Gastzimmer( switlycia) und die drittegradaus in die Kammer führt.... Sehr selten, und zwar nur bei denWohlhabenden ist der Fußboden gedielt, sonst ist er mit Lehm aus-geschmiert.... In den ärmeren Hütten befinden sich zwei quadrat-förmige Fensterchen, welche in den Lehm eingefügt sind und garnicht geöffnet werden. Bei reicheren Bauern sind die Fenster zumöffnen eingerichtet,..."

Der wohlhabende Grundwirth( hospódar) besitzt außer einermehr oder weniger geräumigen Hütte auch Wirthschaftsgebäude,die aus einer Stallung[ für Großvieh], einem Schoppen, einemSchweine- und Geflügelstall und einer Scheune bestehen. Dasganze Gehöft umfaßt ungefähr ein halbes Joch. Das Gehöft istüberdies umzäunt. In dem an die Bauernhütte gewöhnlich an-stoßenden Garten kommen einige Obstbäume minder guter Qua-lität, manchmal auch Bienenstöcke primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiven Systems vor. Vordem östlichen Fenster der Hütte befindet sich ein kleiner Blu-mengarten."( ÖUM, 392 u. 394)

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