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Galizien in Bildern : die Originalillustrationen für das "Kronprinzenwerk" aus den Beständen der Fideikommißbibliothek der Österreichischen Nationalbibliothek
Entstehung
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dafür keinen historischen Beleg. Der Autor dieses Kapitels überdas ,, Volksleben der Polen", Simon Matusiak, weist darauf hin, daßderlei Pferdeattrappen auch bei anderen Anlässen verwendetwurden. So zur Karnevalszeit beim Zug der Bettler", wo ein Bauerzu Pferd reitet; und am Palmsonntag, wenn die koniarze, Bau-ernknechte, die auf einem gezimmerten Pferd reiten, in den Dör-fern von Haus zu Haus gehen, um lustige Sprüche aufzusagen, unddafür Geschenke erhalten.( ÖUM, 314 u. 318)

Im Historischen Museum der Stadt Krakau befindet sich das Ko-stüm des konik Zwierzyniecki, das von dem berühmten polni-schen Maler Stanisław Wyspiański entworfen und bemalt wurde.Das vorliegende Bild von Ajdukiewicz läßt deutlich die Beine desDarstellers unter dem Pferdchen erscheinen, während neuer-dings, zu Ende des 20. Jahrhunderts, die Beine völlig verdecktwerden.

Auch die rezente Reiseliteratur führt diesen Brauch an. Acht Tagenach Fronleichnam findet das traditionsreiche Fest des konikzwierzyniecki" in Erinnerung an die Tatareneinfälle des 13. Jahr-hunderts statt. Der Einzug des Lajkonik auf dem Markt( rynek) istder Auftakt zu den Krakauer Tagen, einem Kulturfest mit vielenKonzerten, Ausstellungen und Theateraufführungen.( I. Gawin,1995, S. 179)

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Karl Ritter von SIEGL

Krakauer Bauernhochzeit; nach dem Aquarell( 1881) vonAnton Kozakiewicz im Wiener Kunsthistorischen Museum

Tuschzeichnung

15,0 cm x 19,8 cmPk 1131/2079

Lit.: ÖUM, 365

Abb. im Bildteil

Die Heimführung"( przenosiny): Eine Szene aus der Umgebungvon Krakau: weißgetünchte Laubenhäuser, aus Holz gezimmert,mit Schindeln gedeckt und vielfach mit Mansardenfenstern aus-gestattet. Im Hintergrund, ganz nahe, die Kirche in etwas erhöh-ter Lage.

Der Hochzeitszug ist vor dem Haus des Bräutigams angekommen.Die ganze Gasse wird von den festlich gekleideten Teilnehmerneingenommen; die Brautjungfern Glossar ::: zum Glossareintrag  Brautjungfern und Brautführer mit feierli-chem Kopfputz, der schwarze Krakauer Hut reichlich mit Pfauen-federn besteckt; die Mädchen mit einem Kranz auf dem Kopf undaufgelöstem Haar. Die Brautführer in knielanger ärmelloser Jackeund- dem Anlaß gemäß weißer sukmana tragen rot bedruck-te Tücher über den Schultern. Die Feiertagstracht der Frauen fälltdurch Einfachheit und Farbenreichtum auf.

Die Mutter des Bräutigams hat bereits die mit dem österreichi-schen Adler geschmückte Türe geöffnet, in der sie nun steht.Davor spielen die Musikanten auf, und der österreichische Soldat,ganz rechts, tanzt zur Musik.

Das Hochzeitsfest läuft nach fest gefügten, wenn auch regionalleicht unterschiedlichen Formen, ab. Die Grundzüge bilden fol-gende Rituale: das Versprechen( zmöwiny), das Ruthenflech-ten"( rózgowiny), das Aufzöpfen( rozpleciny), die Trauung"( ślub), die Heimführung( przenosiny), und die Behaubung( czepiny).( ÖUM, 333)

Bei der, Heimführung" wird die Braut vom Haus ihrer Eltern ab-geholt und in Begleitung des Hochzeitszuges zum Haus des Bräu-tigams geführt. Der Zug hält vor der Einfriedung des Hauses, dieBrautjungfern Glossar ::: zum Glossareintrag Brautjungfern fordern singend Einlaß. Der Bräutigam kommtheraus und öffnet das Gitter, worauf der Hochzeitszug vor derHausthür abermals Halt macht. Auch diese ist verschlossen, so bit-ten denn die Mädchen die Mutter des Bräutigams singend umEinlaẞ. Die Mutter öffnet die Thüre, und die Brautjungfern Glossar ::: zum Glossareintrag  Brautjungfern er-mahnen die Neuvermählte, sie möge die Schwelle mit dem rech-ten Fuße zuerst überschreiten, damit Glück und Gottes Ehre mitihr einziehe."( ÖUM, 347)

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Julian FAŁAT

Polnischer Nationaltanz in Podolien

sig., dat. und bez. Jul Fałat 95 Myszków na Podolu"Tuschzeichnung mit Weißhöhungen

30,6 cm x 53,5 cm

Pk 1131/2523Lit.: ÖUM, 369

Die Impression eines Sommertages in Podolien, das Volk auf derDorfwiese beim Tanz. Die weißen Kittel und weißen Hosen derMänner und ihre Strohhüte, die weißen Leinenhemden der Frau-en und überdies der Typus der Häuser lassen das Bild als podo-lisch erkennen.

Nicht ganz fraglos erscheint die Deutung des Tanzes. Man möch-te bei der Bewegung der Tänzer an den Mazur, den aus Masowienstammenden polnischen Nationaltanz, denken, doch ist es nichtgerade üblich, in Podolien Mazur zu tanzen. Allerdings gab es zudieser Zeit zahlreiche masowische Kolonisten in Podolien und eskönnte sich ihr Einfluß damit bemerkbar machen.

In der Mitte sitzen die beiden Musikanten auf einer Bank, um siebewegen sich die Tänzer im Kreis.

Es besteht ein großer Unterschied in der Durchführung des Tan-zes in gehobenen Schichten und beim Volk. Beim Volk stellt mansich immer im Kreis zum Tanze und tanzt auch im Kreise, wobeider Tänzer des ersten Paares Anführer ist."

,,, Im Mazur sagt ein Kenner ,, treffen alle Grundelemente des Tan-zes zusammen. Es ist vieles vom kriegerischen Element darin. SeinSchritt allein stellt uns... einen sich auf seinem Pferde herumtum-melnden Reiter vor; das Stampfen mit dem Fuße- das ist dasStampfen des ungeduldigen Renners, der Hołubiec( das Umsich-selbstdrehen des Tänzers oder Paares mit dem lauten Aneinan-derschlagen der Absätze)- das ist der... Sporenstreich; der leb-hafte mehr springende als gleitende Schritt des Tänzers- stelltbald den Galopp, bald den Trab, bald den Schritt des Pferdes vor.Die Kopfbewegungen sind gleichsam das Herumdrehen des Ren-ners.... Der Jüngling, welcher mit seiner Rechten ein Mädchen anihrer Linken hält, zieht sie mit Leichtigkeit mit fort, als entführteer sie zu Pferde. Sie hingegen zieht ein wenig zurück, gleichsameinen Liebeskampf mit der unseren Frauen eigenthümlichen Be-schämtheit durchführend. Endlich faßt sie, nach einer nicht allzulangen Flucht, der Ritter um die Mitte und schließt den Tanz,indem er sich mit ihr wie ein Wirbel im Kreise dreht und mitscharfen Hołubcy die Figur abschneidet...", womit er den eroti-schen Schlußpunkt setzt.( ÖUM, 372 f.)

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Wojciech von KOSSAK

Der Räubertanz in der Hohen Tatra

sig. ,, WKossak"

Aquarell und Deckfarbenmalerei29,2 cm x 42,7 cm

Pk 1131/1186

Lit.: ÖUM, 371

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