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Galizien in Bildern : die Originalillustrationen für das "Kronprinzenwerk" aus den Beständen der Fideikommißbibliothek der Österreichischen Nationalbibliothek
Entstehung
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plätzen des Berglandes, welche sie Halen nennen.... Wenn nun dieZeit des Austriebs des Viehs, das heißt der Kühe und Schafe her-annaht, wählen sie einen Gazda( Hauswirth), welcher das allge-meine Vertrauen besitzt und ihm übergeben sie die Herde. Ein sol-cher Oberschäfer wird Bác genannt," aus dem ungarischen Wortbács, Schafhirte. Der Bác trifft mit den Besitzern der Polanen, dasheißt der in den Bergeshöhen gelegenen offenen Weideplätze,sein Übereinkommen und wählt sich Gehilfen, sogenannte Juhásaus.( Juhás[ recte juhász!] ist ungarisch und heißt Schäferknecht)."( ÖUM, 272)

Die Erscheinung des juhas" während des Almauftriebes wird fol-gendermaßen geschildert: Nach dem bac folgen die Juhás mitihren schwarzen fettgetränkten Hemden, den Hüten, die von Fettund Schmutz wie Wachstuch glänzen, in ihren, vom Unwetterund dem Rauch der Feldfeuer fuchsig gewordenen Cuhas( eineArt Tuchkittel) mit den gelb gewordenen weißen anschließendenHosen und den ungeheuren Wollschnappsäcken mit langen Fran-sen."( ÖUM, 273)

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Walery ELIASZ- RadzikowskiMilchtransport aus dem Gebirge

Tuschzeichnung

23,0 cm x 26,1 cm

Pk 1131/783

Lit.: ÖUM, 327

Den ganzen Reichtum der Goralen bilden ein oder zwei Pferd-chen, einige Kühe und Schafe. Wer 100 Schafe sein nennt, ist einreicher Mann."

Die Podhalanen treten unter den Goralenstämmen besondershervor. Sie sind die echten Söhne des Hochgebirges, die denNordabhang der Tatern und das Thal von Neumarkt bewohnen."So wie sie sich selbst als den ersten und tüchtigsten Goralen-stamm einschätzen, werden sie auch von den übrigen Goralenanerkannt. Die Podhalanen beschäftigen sich meistentheils mitder Viehzucht..." und Weidewirtschaft.( J. Jandaurek, 1884, S. 51) Das Haupteinkommen bildet die Milch- und Käsewirthschaft....Milchtransporte nach den Dörfern sieht man auf kleinen schritt-festen Gebirgspferden in Gestalt zweier am Sattel gehefteter fla-cher Holzgeschirre, von einem oft bildschönen, nach Amazonen-art reitenden Mädchen geführt, den Thaldörfern zukommen. Dieganze Unternehmung ist eine Art primitiver Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiver Association, die mitpatriarchalischer Rechtschaffenheit eingehalten, ohne Streitig-keiten und Rechtshändel vor sich geht."( J. Szujski, 1882, S. 8)Es sind vor allem junge Menschen, die den Milchtransport durch-führen. Vor uns steht der junge Podhalane mit seinem Pferdchenam Halfter. Es ist beladen mit den geschilderten Milchgefäßen. Er

steht da in der Kleidung des Goralen von der Spielart der Podha-lanen. Schlank und behend in allen seinen Bewegungen, ela-stisch, ohne stark und kräftig zu sein, im Herumtreiben unermü-det,... schlagfertig in Antwort und Witz, der Civilisation leicht zu-gänglich und doch nur in seinem Gebirgslande wohl sich fühlend,verschmitzt... ist der galizische Tatrabewohner ein Liebling aller...romantischen Seelen," was er mit viel Treuherzigkeit und nichtohne leise Ironie entgegennimmt. Untertansverhältnisse hat ernie gekannt.( J. Szujski, 1882, S. 8)

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Zygmunt AJDUKIEWICZWeihnachtsritt bei den Lasowiaken

sig. Zygmunt Ajdukiewicz"Ölskizze( Grisaille)

31,4 cm x 39,2 cmPk 1131/24Lit.: ÖUM, 345

Abb. im Bildteil

Weihnachtlicher Kirchgang der Frauen und eine berittene Scharvon Männern im Reiterwettkampf. Ein bewegtes Bild von Laso-wiaken in ihrer ganz spezifischen Tracht: im Pelz nach altemSchnitt, Röhrenstiefel zum Reiten und die einzigartige batorów-ka" mit dem ,, Blümchen oder Kukuruz" aus den aufgekrempel-ten Fäden einer roten Schnur auf der dunkelbraunen Tuchmütze.Meterhoher Schnee säumt den Weg, hinter Sträuchen und Bäu-men wird die Kirche sichtbar.

Ehemals war es in ganz Polen Sitte, am Weihnachtstage zur Kirchezu reiten. Dieser Brauch hat sich noch bei den Lasowiaken erhal-ten, namentlich in den Dörfern Stale und Mokrzyszów", die einedreiviertel bzw. eine halbe Meile von der Kirche in Tarnobrzegentfernt sind. Schon einige Wochen vor Weihnachten werdendie Pferde besser gefüttert und gepflegt, damit man keine Schan-de aufhebe, wenn man sich mit ihnen zeigt. Am Weihnachtstagum acht Uhr morgens versammeln sich die Stalowiaken( Bewoh-ner von Stale), jung und alt, bei der Heiligenfigur auf der Straßenach Mokrzyszów. Sobald der Dorfälteste zu ihnen gestoßenist, setzt sich der Troß von etwa 200 Reitern in Bewegung undreitet ohne Sattel im Trab nach Mokrzyszów. Hier erwarten sie ander Wegsäule mindestens ebensoviele Reiter., Gelobt sei JesusChristus! rufen die Stalowiaken., In Ewigkeit Amen' antwortendie anderen. Beide Schwadronen vereinigen sich und machensich auf den Weg nach Tarnobrzeg. Anfangs reiten sie im Trab,bald aber wird durch den Ruf Haltet euch gut, Burschen!" dasTempo angefeuert zum rasenden Galopp. Dabei schont niemandsein Pferd, denn auf dieser Strecke muß sich zeigen, welche Grup-pe die besseren Pferde hat und außerdem, wer innerhalb der je-weiligen Schar das beste Pferd besitzt. ,, Da geht jeder ins Zeug, esist ein Ritt auf Tod und Leben. Wer vom Pferd fällt, und den Milch-bärten geschieht das leicht, der wird nachher von den Weibern Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiberntüchtig verlacht." Zum Kirchenbesuch werden die Pferde inDzików, der Vorstadt von Tarnobrzeg, abgestellt. Nach demGottesdienste Heimritt und die gleiche Wettjagd.... Man reitet zurKirche, sagen die Lasowiaken, weil es eine Sünde ist, einen Wagenzu beladen und darauf zu fahren, und weil übrigens die Pferdedadurch gut gehalten werden." Derselbe Brauch des Weihnachts-ritts zur Kirche besteht auch unter der polnischen BevölkerungWestpreußens; hier werden die Pferde vom Priester gesegnet.( ÖUM, 310 f.)

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Julian FAŁAT

Umzug mit dem tur"( Auerochs)

sig. u. dat. Jul Fałat 95"Aquarellskizze( Grisaille)26,6 cm x 39,7 cmPk 1131/2447Lit.: ÖUM, 349

Abb. im Bildteil

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