Volkskunde in schweizerischen Bibliographien
Von Ernst J. Huber
Obwohl es für die Schweiz keine eigene„ Volkskundliche Bibliographie"gibt, steht denjenigen, die sich für schweizerische Volkskunde interessieren,ein reiches Angebot anderer, meist historisch- heimatkundlicher Biblio-graphien zur Verfügung', so daß sie gleichwohl zu den gewünschten Infor-mationen kommen können. Auf nationaler Ebene sind zu nennen das,, Schweizer Buch“, die„ Bibliographie zur Schweizergeschichte" und die„ Bibliographie zur Schweizer Kunst/ Bibliographie zur Denkmalpflege".Für den Regionalbereich gibt es in fast jedem Kanton gedruckte kantonaleBibliographien und Literaturverzeichnisse. Einzelne Städte und Gemein-den, z. B. Winterthur, veröffentlichen gar eine eigene Ortsbibliographie.
Entsprechend ihrer spezifischen Zielsetzungen und Funktionen ist in dendiversen Klassifikationssystemen der Begriff ,, Volkskunde" verständlicher-weise nicht immer explizit ausgewiesen. Aber auch wenn der Terminus„ Volkskunde" in Erscheinung tritt, ist nicht Gewähr geboten, daß allePublikationen zu diesem Thema darin auftauchen. Volkskunde- d.h., wasder Forscher in der IVB gebündelt findet- wird aufgesplittert und verschie-denen Kategorien zugeteilt. So finden sich im„ Schweizer Buch" Nachweisezur Erzählforschung unter der Rubrik„ Sprach- und Literaturwissenschaf-ten", ein Titel zur Volksmedizin erscheint unter„ Medizin", ein Katalog zueiner Volkskunstausstellung unter„ Bildende Kunst, Kunstgewerbe" usw. Inder Rubrik„ Geschichte, Volkskunde“ erscheinen meist nur Ortsmonogra-phien oder Bücher, die sich mit Sozialgeschichte, Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Vereinenbefassen.
In der„ Bibliographie zur Schweizergeschichte" dominieren naturgemäßhistorische Bezüge. Auch hier sind volkskundliche Titel nicht nur unter derKlassifikationsstelle ,, Volkskunde, Ethnographie und verwandte Gebiete"-als letzte Stelle der Systematik- zu finden, sondern auch unter anderenSachgruppen zu suchen. Während das„ Schweizer Buch" nur Monographienauflistet und keine Verweise auf andere Klassifikationsstellen aufweist,verzeichnet die„ Bibliographie zur Schweizergeschichte" auch Artikel aus
1 Für die Anfänge der Erfassung volkskundlicher Literatur in der Schweiz verweiseich auf den Aufsatz von Hans Trümpy: Die Volkskunde in schweizerischenBibliographien. In: Schweizerisches Archiv für Volkskunde 68/69( 1972-73),676- 684.
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