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sondern umgekehrt Judas damit ausgestattet wurde 97 die Minderheitder Rothaarigen wurde bereits in der Antike nicht anders beurteilt alsheute 98. Schon im Alten Testament scheint Rot Farbe der Sünde ge-wesen zu sein 99. Mit rotem Haar gekennzeichnet wurde Judas offenbar,um ihn durch einen Schlüsselreiz ,, schneller bei der Hand zu haben".Den roten Judas verbrennen" ist eine der Bezeichnungen für dasJudasjagen 100. Experimentalpsychologisch erwiesen ist die erregendeWirkung der roten Farbe 101. Das muß mit der Grund gewesen sein, dersie die Maler als für Judas typisch wählen ließ, ein Zug, der in denschriftlichen Überlieferungen des Mittelalters über Judas m. W. nichtauftritt. Beziehungen zum roten Fell des als heimtückisch geltendenFuchses 102 oder zum roten Bart Donars und Wotans 103 sind eher un-wahrscheinliche Interpretationen; auch daß der Teufel bisweilen rotgezeichnet wird 104, würde ich eher für eine Parallele als für eine Be-gründung halten. Die von Abraham a Santa Clara erwähnte Namens-erklärung ,, Ischariot ist gar rot" 105 klingt nach Volksetymologie. Erstin der Neuzeit scheint die Farbe seines Bartes sprichwörtlich gewordenzu sein: ,, There's treachery in that Judas- colored beard" heißt es beiDryden 106
Bei dem Überwiegen der gelben Farbe für seine Kleidung in den spät-mittelalterlichen Bildern könnte dagegen die Anregung von der denJuden im Christentum und Islam aufgezwungenen Farbsymbolik 107 eineRolle spielendenn einerseits wählte man auch für Judas gerne diversejüdische Gesichtstypen 108, andererseits wurden sowohl Judas als auch dieJuden 169 gern in der im Mittelalter für Karikaturen bevorzugten Pro-filansicht gezeichnet.
97 Cf. Niedermeier, 85.
98 Belege für Antike und Mittelalter HDA, VII, 802s; III, 1250s.
99 Z. B. Is. 1, 18; cf. Waldemar Liungman, Traditionswanderungen EuphratRhein, Helsinki 1937s( FFC 118/9), 377, 718.
100 Archer Taylor: The burning of Judas( Washington University Studies,Humanistic Series XI/ 1, 1923, 159ss).
101 HDA VII, 794. Zu Rot als Symbolfarbe cf. Erich& Beitl, 682 sowie OttoKoenig: Kultur und Verhaltensforschung, München 1970, 100s.
102 Creitzenach, 207.
103 HDA VII, 799ss.
104 1.c.
105 Baum( 1922), 527.
106 Amboyna I, 1, Murrey, 616. Andere Beispiele bei Gillet, 316ss.
107 Darüber cf. HDA III, 581s; Alfred Rubens: A History of Jewish Costume,London 1967, 32ss, 110, 114, 120 und öfter.
108 Porte, 60; ein ungewöhnlich frühes Beispiel bietet ein Relief des 12. Jhs.,Enciclopedia Catholica VI, Città del Vaticano 1951, 691; Schmidt( 1959),Tf. 36a, Abendmahlsdarstellung aus Wienhausen von 1306; CV 95.
109 Berhard Blumenkranz: Juden und Judentum in der mittelalterlichen Kunst,Stuttgart 1965, 27 und
pass.
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