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1 (1985) Papiertheater : eine Sonderausstellung aus Wiener Sammlungen. [1] / Katalog
Entstehung
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und die

durch empfindliche Gehaltskürzungen der Schauspieler im Falle dis-ziplinärer Vergehen. Die Schauspieler wurden Staatsdiener. DerSpielplan, der vom Kaiser genehmigt werden mußte, entsprach aberin keiner Weise dem nun guten Ensemble. Persönliche Vorurteile desKaisers Sturm- und- Drangdichtung war ihm suspektüberall wachende Zensur machten die Auswahl der Stücke nichtleicht, durfte doch kein Drama aufgeführt werden, das nur im ent-ferntesten religiöse, staatspolitische, moralische und sittliche Fra-gen kritisch betrachtete. Dabei kam es auch zu argen Verfälschun-gen und lächerlichen Verstümmelungen der Texte. So mußte zumBeispiel in der Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau von Orleans" Agnes Sorel zur Gattin desKönigs werden, um die Moral nicht zu gefährden.

Nach dem frühen Tod Josephs II. und durch die politischen Wir-ren( Französische Revolution, Krieg gegen Napoleon) erlebte dask. k. Hof- und Nationaltheater eine Zeit der Unstabilität, bis 1813 Jo-seph Schreyvogel das Theater künstlerisch zu leiten begann. Das Re-pertoire setzte sich nun aus Werken der Weimarer Klassik, der engli-schen, spanischen und französischen Klassik zusammen. Schreyvo-gels große Errungenschaft aber war die Entdeckung Franz Grillpar-zers, die Uraufführung der Ahnfrau❝ noch im Theater an der Wienzum Ausprobieren" war ein durchschlagender Erfolg. Trotz desangestrebten Welttheaterspielplans bestand jedoch der größere An-teil des Repertoires aus lokalen Konversationsdramen und Rühr-stücken.

Joseph Schreyvogel, der dem Hoftheater erstmals zu internatio-nalem Ruhm verhalf, wurde nach 18 Jahren Tätigkeit das Opfer einerIntrige und mußte demissionieren ein Schicksal, das nicht nur ihnereilte. Auch der spätere Direktor Heinrich Laube scheiterte nachlangjähriger und erfolgreicher Tätigkeit an diesem Hause an den bü-rokratischen Schikanen und Intrigen.

Nach der Revolution 1848, die wesentliche Einschnitte in daskulturelle wie politische Leben im deutschsprachigen Raum brachte,war es möglich, den fortschrittlichen und liberalen Heinrich Laubean das konservative Hofburgtheater zu berufen, der dann das Hausvon 1849-1867 führte.

Das ehrwürdige Hofburgtheater war bei Direktionsantritt Laubesnicht auf der Höhe der Kunst der Zeit. Der Spielplan bestand aus un-bedeutenden Zufälligkeiten an Dramen, dem Ensemble waren langekeine neuen Kräfte zugeführt worden.

Laube hatte gewaltige Arbeit zu leisten, um das Niveau Schrey-vogels wieder zu erreichen. Unter seiner Leitung entwickelte sich derfeine, leichte Parlando- Stil, der bis heute als Konversationston" desBurgtheaters weltberühmt ist. Große Verdienste erlangte Laube auchals Entdecker und Förderer junger schauspielerischer Kräfte; Char-lotte Wolter gehörte dazu wie auch Josef Lewinsky.

PAPIERTHEATER 13