Die Papiertheater- Produktion des Wiener Verlages Trentsensky
1819 nimmt die lithographische Anstalt Trentsensky der Brüder Mat-thäus( 1790-1868) und Josef( 1794-1839) ihre Tätigkeit mit der Her-stellung und dem Vertrieb von Druckerzeugnissen aller Art auf.Das„ Verschleißgewölbe" der Firma befindet sich zu dieser Zeit imZwettlhof Nr. 868, die von Matthäus' Lehrer Adolph Kunike geleiteteDruckerei in der Ungargasse Nr. 323.
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1819-1832 arbeitet die Firma unter dem Namen des jüngeren Bru-ders, da Matthäus obwohl die treibende Kraft in künstlerischerund technischer Hinsicht als ehemaligem k. k. Offizier die Füh-rung eines Geschäftes untersagt ist.
Die Verbindung mit bekannten Wiener KünstlernSchwind und Josef Kriehuber
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u. a. Moritz von
führt zu einer Steigerung der künst-
lerischen Qualität der einschlägigen Verlagsprodukte.Um 1825 erscheint das Große Theater mit Proszenium, Vorhang, voll-ständigen Dekorationen mit Soffitten und Versetzstücken nachZeichnungen des Wiener Theatermalers Theodor Jachimowicz undFiguren, die zum großen Teil von Joseph Schmutzer entworfen wur-den und unter der Bezeichnung Theater- Costumes vertrieben wer-den.
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das Mignon- Theater heraus-
Um 1830 wird ein kleines Theatergegeben, wofür die gleichen Künstler die Entwürfe zeichnen.1833 1837 erfolgt die Firmierung mit Trentsensky und Vieweg inWien und Leipzig, da Trentsensky mit diesem Verlag eine engere Ge-schäftsverbindung eingeht.
In dieser Zeit beginnt auch die Auslieferung eines Teiles des GroßenTheaters nach England, wo die Londoner Firma Joseph Myers nochum 1890 diese Blätter, die deutsche und englische Untertitel tragen,verkauft haben soll.
1837 wird die Leitung der Firma Matthäus Trentsensky übertragen.1839 übernimmt Matthäus nach dem Tode von Adolph Kunike fürdessen Witwe Rosalie die Geschäftsführung der Druckanstalt.Im gleichen Jahr stirbt Joseph Trentsensky.
1842 wird die Verkaufsstelle in den Domherrnhof Nr. 871- 872 ver-legt. Die Druckanstalt befindet sich in dieser Zeit in der Rauchfang-kehrergasse Nr. 82.
1843 schließt Rosalie Kunike im Einvernehmen mit Matthäus Trent-sensky einen Gesellschaftsvertrag mit Eduard Sieger.
1845 erfolgt nach dem Tode von Rosalie Kunike eine Trennung zwi-schen Verlag und Druckanstalt.
Während M. Trentsensky sich ausschließlich der Verlagstätigkeit zu-wendet, leitet E. Sieger nunmehr die lithographische Anstalt. NebenM. Trentsensky scheint in der Signierung E. Sieger auf.
PAPIERTHEATER 57