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Waschtag : altes Gerät, tradionelle Arbeitsweisen und Brauch beim Wäschewaschen ; Sonderausstellung ; Katalog
Entstehung
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154. Wiener Wäschermädchen mit Butte und Korb.Zeichnung von F.v. Myrbach, 1894

155. Wäscherin aus St. Magdalena in der Lin-zer Innenstadt.

Photo Grünn 1954

L. VOLKSGLAUBE UND ABERGLAUBE

In Wien gab es um 1890 eine Wallfahrt derWäscher nach Maria Brunn bei Wien. Der Terminwar der 8. September. Diesen Tag nahmen sieaber auch zum Anlaß, ein großes Fest zu feiern,welches nach der hauptsächlich gebräuchlichenSpeise" Zwetschkenknödeltag" benannt wurde( vgl. Grünn S. 137). Patron in der Wäscher warMaria Magdalena, denn sie hatte doch mitihren Tränen die Füße des Herrn gewaschen.Auch der hl. Josef galt als Patron für dieReinheit der Wäsche, was von seinem Symbol,der weißen Lilie, abgeleitet wurde. An ihn er-gingen auch Fürbitten für gutes Wetter. Ver-ehrt wurde auch Hunna," die heilige Wäscherin",die ihr Leben den Alten und Kranken weihte.Weiters werden noch als Patrone genannt diehl. Katharina von Siena, die hl. Klara, derhl. Laurentius von Rom, die hl. Martha.Aber wie bei den meisten Gewerben, deren Ar-beitstätigkeit in irgendeiner Weise vom Wet-ter abhängig ist, entwickelten sich auch beiden Wäschern in diesem Zusammenhang ver-schiedene abergläubische Vorstellungen.Wäscher, Müller, Fischer und Schiffer sindvon Wind und Wasser abhängig, daher findet

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