C. MECHANISCHE REINIGUNG
Nach dem Sechteln oder Auskochen der Wäschewurde sie noch auf verschiedene Weise mecha-nisch gereinigt. Eine der ältesten Waschme-thoden war das Treten der Wäsche mit Füßen.Bei den Ägyptern waren zwei Beine im Wasserdas Bildzeichen für das Wort Wäscher. Auchdie" fullones" in Rom säuberten die Wäschedurch das Treten. Eine andere Art, die Wäschezu säubern, bestand darin, die Wäschestückeauf Steine, auf ein Waschbrett oder eineHolzbank, die sogenannte" Blederbank" zuschlagen(" kleschen"). Besonders verschmutztenStellen rückte man durch Reiben(" Rübeln"," Rippeln") zu Leibe. Manchmal streute mandazu Sand auf die Wäschestücke. Man bedientesich aber auch einfacher Geräte zur Wäschebe-handlung. Mit dem Pleuel( Pleu, Bloi, Ble-derer, Wäschepracker, Wäscheklopfer) wurdedie Wäsche geklopft. Es handelt sich dabei umein Schlagbrett oder einen Holzblock mit Griff,die vielfach mit Schnitzereien verziert sind.In einer Handschrift des 10. Jahrhundertsist von einem" vascinpluil" die Rede( ahd.pliuwan). Viele der erhaltenen Pleuel weisensich durch ihre Verzienung als kostbare Er-zeugnisse der Volkskunst aus. Sie wurden reichbeschnitzt, oft mit Monogramm und Jahreszahlversehen und durch verschiedene Ornamente undSymbole verziert. Die geschnitzten Pleuelwurden als Minnegaben verschenkt und meistgar nicht für die Arbeit verwendet. Aus derArt der Verzierung läßt sich meist auf ihreörtliche Herkunft und manchmal auch auf den
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