land war es auch üblich, die Asche direktzwischen die Wäsche zu streuen, oder siein einem Aschenbeutel in den Bottich mitheißem Wasser zu hängen. Die Verwendungvon Aschenlauge ist in Österreich bis zum2. Weltkrieg bezeugt. Man wähnte auf dieseWeise die Wäsche besonders geschont.
B. DAS SECHTELN
Das Sechteln, auch Bauchen oder Laugenwaschengenannt, war früher der Hauptwaschgang. DieLauge wurde im Sechtkessel( gemauerter Herd,Kupferkessel) erhitzt und mit einem Schöpf-gerät( Sechter) über die in Lagen gebrei-tete( die schmutzigste zuunterst) Wäsche ge-leert. Am Boden des Sechtschaffes sammeltesich die schmutzgesättigte Lauge. Durchdas Ausziehen des Zapfens aus dem Secht-schaff floẞ die Lauge in ein untergestelltesSchaff oder einfach in eine Grube. Die Laugeließ man absitzen, schöpfte sie ab und ver-wendete sie mehrmals wieder. Gesechteltwurde zwei-, dreimal bis fünfundzwanzigmal,das war gegendweise verschieden. Peter Roseg-ger berichtet, daß in der Steiermark dieWäsche neunmal mit heißer Lauge überbrühtwurde," weil sonst die Läus nicht sterben".Der Sechtkessel stand früher in der Küche,später in einer eigenen Waschküche. DerWaschkessel war ein kostbares Stück und er-schien häufig in den Inventaren. Nicht jedesHaus besaß einen eigenen Sechtkessel, er.wurde oft als Mehrzweckgerät verwendet, alsSechtkessel für Wäsche, zum Kochen desSchweinefutters, als Kochkessel für große
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