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Waschtag : altes Gerät, tradionelle Arbeitsweisen und Brauch beim Wäschewaschen ; Sonderausstellung ; Katalog
Entstehung
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KATALOG

A. DAS EINWEICHEN

Um den Schmutz vor dem eigentlichen Waschenaus der Wäsche zu lösen, wurde sie vorher,meist über Nacht, eingeweicht. Das Einweichensollte in möglichst weichem Wasser vor sichgehen( Regenwasser). Um die Wirkung des Ein-weichwassers zu erhöhen, wurde es durch ver-schiedene Zusätze zu einer Lauge gemacht. Einaltes und verbreitetes Mittel zur Herstellungvon Lauge war die Holzasche( bevorzugt warBuchenholz). Daneben verwendete man auch Boraxund Alaun, wegen ihrer ähnlichen fett- undschweiẞlösenden Eigenschaften. Die Aschenpro-dukte wurden schließlich von Soda abgelöst.Der Aschenmann, eine durch Ferdinand Raimunds" Bauer als Millionär" berühmt gewordene Ge-stalt, war eine oft gesehene Figur im altenWien. Er sammelte Holzasche in den Häusernund verkaufte sie an Hausfrauen und Seifen-sieder weiter. Die Herstellung der Aschen-lauge ging folgendermaßen vor sich: Auf einerSechtelwanne( Holzschaff) steht der Sechtel-korb, in welchen ein Leinentuch gebreitetwurde. In dieses Tuch wurde die Holzaschegeschüttet. Mit Hilfe eines Sechterls wurdedie Holzasche mit heißem Wasser übergossen.Die Sechtelwanne stand meist auf einem Holz-gestell( Schragen), das das Unterschiebeneines Schaffes( Untersetzboding) erlaubte,in welchem die fertige Lauge aufgefangenwurde. In dieser Lauge, die in Wien und Nie-derösterreich auch Lader genannt wurde, weichteman nun die Wäsche über Nacht ein. In Deutsch-

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