tution. Sie waren weithin berühmt für ihre" Feschheit", ihre" Reschheit". Sie standenim Ruf, schlagfertig zu sein, ein flinkesMundwerk zu haben, stets sauber gekleidetgewesen zu sein, sogar ein wenig kokett. Siehatten einen guten Einblick in die Haushalteund deren Vermögensverhältnisse, die sichdurch schöne Wäsche in genügender Zahl, Hand-arbeiten, bestickt mit Spitzen demonstrier-ten, was sie bei ihren Auftraggeberinnenauch gefürchtet machte, weil jede eine guteNachrede haben wollte. Bei gemeinsamer Ar-beit hatten die Wäscherinnen ja auch genugGelegenheit zum Tratschen. Man belegte siemit Attributen wie arbeitsam, anspruchslos,genügsam, derb, frohsinnig, herzensgut, usw.Helene Grünn nennt die Wäschermädel in ihremBuch die" Hautevolee der untersten Klasse".
Daß sie aber dieser untersten Klasse angehör-ten, darüber besteht kein Zweifel. Waschengingen nur die Frauen der untersten Sozial-schicht, die einen zweiten Verdienst dringendbrauchten, oder ledige Frauen. Die Wäscher-innen arbeiteten oft unter schwierigen Be-dingungen. Das Wäschewaschen war eine harteArbeit, die große Kraft erforderte. Das Tag-werk begann früh, meist außer Haus und ge-schah beim Gestank der Schmutzwäsche undder Waschmittel. Die Wäscherinnen waren sehrwetterabhängig, sie mußten auch im Winterim Freien arbeiten. Das Schwemmen in denFlüssen geschah auch bei aufgehacktem Eis.Es gibt Berichte von häufiger Krankheit undfrühem Tod, bedingt durch die schwere Ar-beit.
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