"
Waschpulver verkaufte; oder zum Seifensieden:" Die( in der Ausstellung nicht eigens berück-sichtigte) Darstellung der Seifensiederei könn-te wohl auch dazu beitragen, das frühere har-te Leben unserer Frauen noch deutlicher insRampenlicht zu stellen. Wir' am Lande' habenbei diversen Hausschlachtungen( Sautanz z.B.)alle Fettabfälle gesammelt und mit Laugen-stein zur Seife verkocht. Das Schneiden derSeife und ihre Lagerung am Dachboden manließ sie etwa ein Jahr lang trocknen kenntheute keine jüngere Zeitgenossin mehr". Undschließlich als Fazit des Ausstellungsbesuches:'... so war es mir doch eine Freude, diesewohldurchdachte Sonderausstellung sehen zukönnen. Für mich persönlich war es auch nochein Akt der Pietät meiner Mutter, meinenGroßmüttern, ja sogar unseren späteren Wäsch-erinnen gegenüber, die schon um fünf Uhr mor-gens zu waschen begannen, um mit Mühe und Notbis zum späten Abend fertig werden zu können.Ich sehe vor meinen geistigen Augen nochihre ausgewaschenen, gelbgebleichten, imWinter oft vor Kälte erstarrten Hände undich weiß noch, daß das Seifenkochen undSechten vor dem eigentlichen Waschtag nichtweniger Zeit kostete. Wir Männer brauchtenbloß das Brennholz zur Verfügung stellen unduns u. U. mittags mit einem Humpen Kaffee ab-zufinden, weil der geplagten Hausfrau keineZeit zum Kochen übrig blieb". Werden hiervom kundigen Betrachter Eigenbeobachtung undSelbsterlebtes in Erinnerung gebracht, lassensich andere Museumsgäste, vielleicht geprägt
6