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Produkt Muttertag : zur rituellen Inszenierung eines Festtages ; Begleitbuch zur Ausstellung: Produkt Muttertag - Zur Rituellen Inszenierung eines Festtages, 6. April bis 4. Juni 2001, Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien
Entstehung
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>> ICH WOLLTE MEINER MUTTER WIRKLICH

EINE FREUDE MACHEN...<<

IMPRESSIONEN UND REFLEXIONEN ZU INTERVIEWSÜBER DEN MUTTERTAG

DORIS INGRISCH

1 Ihnen allen gilt meinherzlichster Dank!

095 Muttertagsfrühstück

>> Im Kreise meiner Familie«- Einleitende Bemerkungen

>> Also, das war im Kreis der engeren Familie, also nur mit denKindern. Ich hab' ja schon zwei größere Kinder und die haben dasFrühstück vorbereitet und da bei uns der Morgen durch die zweiKleinen recht zeitig beginnt, sind's extra früh aufg'standen damitder Tisch gedeckt ist. Sie haben mir kleine Geschenke gebasteltund es war irgendwie sehr nett. Es war das erste Mal, daß sie einGedicht aufgesagt haben, zumindest die Tochter. Ich hab' dreiSöhne und eine Tochter. Mein Mann macht draus nicht so einegroße Sache. Aber er fördert, daß die Kinder sich ein biẞl mehrzusammenreißen und ein biẞl im Haushalt mithelfen. Mehr als

sonst.<<

( B.B., Mutter von 4 Kindern zwischen 13 und 2 Jahren)

Ein Muttertag wie aus dem Bilderbuch. Ein Tag der Freude, der Har-monie, ein Tag, an dem die Welt in Ordnung ist. Ist die Welt tatsäch-lich an diesem einen Tag im Jahr in Ordnung?

Zu diesem Thema haben wir Gespräche mit 33 Frauen und Männernunterschiedlicher sozialer Herkunft und aus verschiedenen Genera-tionen aus Österreich geführt, ergänzt durch Interviews mit inÖsterreich lebenden Frauen und Männern aus anderen Kulturen.'Ziel war es, herauszufinden, wie der Muttertag wirklich gefeiertwird, wie er in der Vergangenheit gefeiert wurde und vielleicht inZukunft gefeiert werden wird. Verschiedene soziale Milieus sollten-freilich exemplarisch- darüber Auskunft geben, in welchem Maßedas bürgerlich und katholisch geprägte Bild der Mutter die Wahr-nehmung der Mutter in allen sozialen Schichten beeinflußt und Kri-tik hervorruft. Obgleich das Hauptaugenmerk auf der Generationderjenigen lag, die einerseits selbst mitten im Elterndasein stecken,deren Eltern andererseits noch leben,- diese doppelte Rolle sollteaus verschiedenen Perspektiven Einblicke in die gegenwärtige Kul-tur des Muttertagsfeierns gewähren-, konnten die Erzählungenbereits älterer Personen individuelle Erinnerungen aus der Ge-

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Produkt Muttertag