DIE ANFÄNGE DES> DEUTSCHEN MUTTERTAGESZUR KOOPERATION VON BLUMENHÄNDLERNUND VOLKSERZIEHERN
HARTWIG KNACK
1 Rudolf Knauer, Der DeutscheMuttertag. Paul Sprung Ver-lag Berlin 1925, S. 75.( im fol-genden Knauer 1925).
2 Verbandszeitung DeutscherBlumengeschäftsinhaber( im folgenden VZDB),3.4.1923, S. 88.
3 Zu Hans Harmsen und seinerFunktion in der>> Arbeitsge-meinschaft für Volksgesun-dung«( AfV) vgl.: SabineSchleiermacher, Sozialethikim Spannungsfeld von Sozi-al- und Rassenhygiene. DerMediziner Hans Harmsen imCentralausschuß für InnereMission,( Abhandlungen zurGeschichte der Medizin undder Naturwissenschaften;H.85), Husum 1998.( im fol-genden Schleiermacher 1998).4 Knauer 1925, S. 39.
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001 Schaufenstergestaltung zum
Muttertag, BlumenhausEmmrich Breslau, 1929.
>> In letzter Zeit ist der Durchführung des Muttertaggedankenseine sehr wertvolle Hilfe durch Herrn Dr. Harmsen zuteil gewor-den. Der Genannte hat sich mit den tiefen Problemen, die derGedanke der Mutterehrung umschließt, aufs eingehendstebeschäftigt und sieht in der Ausführung unseres Vorhabens einwillkommenes Mittel, auch die Quellen und Grundlagen desdeutschen Familienlebens wieder zu stärken und zu festigen.Wir geben unserer aufrichtigen Freude hierüber gern Ausdruckund hoffen, daß die tatkräftige Hilfe, die uns von dieser Seitewinkt, imstande sein wird, die hier und da noch bestehendenVorurteile und Widerstände zur rechten gemeinschaftlichen Ein-führung unseres Gedankens und zu seiner Einbürgerung alsechter, edler, deutscher Volkssitte zu überwinden. Beseelt vondiesen Hoffnungen, rufen wir allen Freunden unserer Idee einherzliches> Glückauf!< zum dritten deutschen Muttertage zu.<< ¹
Mit diesen hoffnungsfrohen Zeilen schließt Dr. Rudolf Knauer, seitAnfang 1923 Geschäftsführer des» Verbandes Deutscher Blumenge-schäftsinhaber« ², sein knapp 80 Seiten umfassendes Buch>> DerDeutsche Muttertag«. Rückblickend betrachtet legte das damals inAussicht stehende Bündnis vom VDB und der von Dr. Hans Harmsenseit 1925 geführten» Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundung<< ³ denGrundstein für den raschen Erfolg des Muttertages in Deutschland.
Eigenen Angaben zufolge wurde Knauer, der sich selbst als>> Neu-schöpfer der Muttertags- Idee« bezeichnete, im August 1922 von>> einer norwegischen Freundin« auf die» stille und eindringlicheFeier des Muttertages in Norwegen« aufmerksam gemacht. In deut-licher Abgrenzung zum Muttertagsfeierhabitus in den USA, wo>> wochenlang vorher(...) durch riesenhafte Reklame, durch Umzüge,durch allerlei laute geschäftliche Maßnahmen auf diesen Tag hinge-wiesen( wird)<<, will Knauer in seinen Bestrebungen dem BeispielNorwegens folgen. In» diesem nordgermanischen Land« stehe>> derhohe ethische Gedanke der Mutterehrung bei der Durchführung desMuttertages ausschließlich im Vordergrund(...)«. Es müßten>> Aus-
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