II. Beleuchtung mit tierischen und
pflanzlichen Fetten
Schon früh erkannte man die Leuchtkraft des Tier- und Pflanzenfettes.Neben den Lichtspänen zählten Talg- und Öllichter bis in das 19.Jahrhundert hinein zu den gebräuchlichsten Lichtquellen.
In der Auswahl des Talges( Unschlittes) war man meist nicht wähle-risch; je nach Verfügbarkeit nahm man Rinder-, Schaf- oder Schwei-nefett, in der Regel fanden alle Fettüberreste Verwendung. Als Lampegenügte ein nur wenig vertieftes offenes Gefäß und ein aus Werg oderWollfäden zusammengedrehter Docht.
Von den pflanzlichen Fetten kamen- vom Olivenöl in den südlichenRegionen abgesehen vor allem Lein- und Sonnenblumenöl und dasaus Raps- und Rübsamen gewonnene Rüböl in Betracht. BereitsHildegard von Bingen( 1098–1179) und das„ Capitulare de villis" Karlsdes Großen( um 794) nennen Rübsamen als wichtigste Leuchtölliefe-ranten. Die dafür verwendeten Lampen waren gleichfalls die längsteZeit hindurch von primitivster Glossar ::: zum Glossareintrag primitivster Konstruktion: einfache, meist geschlos-sene Gefäße aus Ton, Metall oder Glas mit Löchern zum Einfüllen desÖles und Einlegen des Dochtes.
Der Verbrennungsprozeß ging meist unter Qualm-, Ruß- und üblerGeruchsbildung vor sich; erst die zweite Hälfte des 18. Jahrhundertsund das 19. Jahrhundert brachten technische Verbesserungen durchneue Lampenkonstruktionen.
a) Talglampen
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Talgschale, Eisenblech. Schildförmige Schale mit Griffhaken und aufgebogenenRändern. Sie konnte bei Bedarf auf einen Untersatz gestellt werden.2. Hälfte 18. Jahrhundert. Erworben in Meran, Südtirol.
= 11 cm, b= 7 cm
Inv.-Nr. 55.601
Talglampe zum Hängen, Eisenblech und Schmiedeeisen. Runde, schnabelför-mig ausgezogene Talgschale, mit rinnenförmiger Dochtauflage. Schräg aufstei-gender Arm mit beweglich angebrachtem Haken zum Aufhängen an einenLampenträger.
1. Hälfte 18. Jahrhundert. Erworben in Veldes, Krain.h= 16 cm, d= 6,5 cm
Inv.-Nr. 55.553
Talglampe zum Hängen, Gußeisen und Eisenblech. Runde, schnabelförmigausgezogene Talgschale mit rinnenförmiger Dochtauflage. Angesetztergeschwungener Arm, ornamental ausgeschnitten.
18. Jahrhundert. Erworben in Salò am Gardasee, Italien.h 15,5 cm, d= 7,5 cm
Inv.-Nr. 55.597
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