I. Beleuchtung mit Lichtspänen
Die Verwendung von Holz zu Beleuchtungszwecken reicht bis infrüheste Zeiten zurück. Brennende Holzstücke und Holzspäne warenJahrhunderte hindurch besonders in waldreichen Gegenden oft dieeinzigen Lichtspender. Die Bergknappen des Salzbergwerks vonHallstatt gebrauchten bereits 1000 vor Christus Späne aus Tannen-und Fichtenholz, im urgeschichtlichen Kupferbergbau am Mitterbergbei Bischofshofen wurden sie ebenso verwendet wie auf Burgen undSchlössern des Mittelalters. So manches Bauernhaus kannte oft weitin das 19. Jahrhundert hinein kein anderes Licht als jenes der Holz-späne, und nicht selten hatten sie erst mit der Einleitung des elektri-schen Stromes endgültig ausgedient. Die an die 60 cm langen und 3bis 8 cm breiten Späne, die 15 bis 20 Minuten brannten, wurden jenach Holzart mit dem Messer geschnitzt oder mit besonderen Spanho-beln gehobelt. Sie wurden bei Gebrauch in Fugen und Mauerritzengesteckt, man trug sie in der Hand und hielt sie, wenn die Hände nichtfrei waren, vorübergehend mit dem Mund fest. Die Spanhalter in Formvon Menschenköpfen dürften darauf zurückzuführen sein( vgl. Kat.-Nr. 29). Die Lichtspäne wurden auf Roste gelegt, die an Ketten von derDecke gleich Waagschalen hingen oder an den vielfältigen Spanhal-tern befestigt und an Holzständern und Dreifußgestellen auf denBoden oder Tisch gestellt. Trotz dauernder Wartung gaben sie nur einflackerndes und bescheidenes Licht; die Rauch- und Qualmbelästi-gung war erheblich und die Gefahr eines Brandes drohte immer. MitRauchabzügen und Aufstellen von Holzmulden, die man mit Wasserfüllte oder von Zeit zu Zeit mit Wasser bespritzte, wurde Vorkehrunggegen Qualm und Brand getroffen.
In seiner Erzählung„ Ein Winterabend" hat Peter Rosegger stim-mungsvoll und wirklichkeitsnah den Verlauf eines Abends in derStube, in der sich die Bauersleute, die Knechte und Mägde zur,, Spanvesper" eingefunden haben, geschildert:„ Der Hausvater bringtvon der Küche eine Fackel und steckt sie in den eisernen Spanhaken.Die Arbeiter haben das Tagwerk geschlossen; sie treten langsam indie Stube, setzen sich der Reihe nach auf die Bank, stopfen einPfeifchen und plaudern und lachen dabei... Die Kuhmagd hat nurnoch die Milch zu besorgen, dann kommt auch sie und der Holzriegelwird vor die Hausthür geschoben. Und nun entfaltet sich die Welt derHäuslichkeit... Im Ofen wird die Gluth angeschürt und ein neuer
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