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1 (1984) Lampen, Leuchter, Licht : Katalog. [1] / Sonderausstellung aus der Sammlung Ladislaus Benesch im Österreichischen Museum für Volkskunde : Österreichisches Museum für Volkskunde, Schloßmuseum Gobelsburg
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III. Beleuchtung mit Kerzen

Die Anfänge der Kerzenbeleuchtung reichen weit zurück. Bereits imantiken Italien kannte man Wachs- und Talgkerzen. Während dieKerze aus Bienenwachs aufgrund ihrer Bedeutung als Sinnbild derReinheit und Keuschheit lange Zeit auf den sakralen Bereichbeschränkt blieb, und ihres hohen Preises wegen nur dem Adel undgehobeneren Schichten bei Festlichkeiten vorbehalten blieb, mußtensich die einfacheren Leute mit den billigen Talg- und Unschlittkerzenbegnügen. Und auch diese wurden meist nur gebrannt, wenn esdringende häusliche Arbeiten erforderten. Wachskerzen und Wachs-stöcke wurden oft nur bei der heiligen Messe oder beim häuslichenGebet angezündet. Die aus Abfallfetten entweder selbst hergestelltenoder beim Seifensieder gekauften Talgkerzen rußten, tropften undgaben nur ein kümmerliches Licht. Ihre verkohlten Dochte mußtenimmer wieder mit der Dochtschere- sofern man nicht zwei Fingerbenützte geschnäuzt, geschnitten werden. Verbesserungenbrachte erst das vorige Jahrhundert, als in den dreißiger Jahren dieStearinkerzen und in den sechziger Jahren die billigen Paraffinkerzenauf den Markt kamen.

Auf die Gestaltung der Kerzenleuchter wurde größte Sorgfalt verwen-det. Sie zeigen je nach ihrer Verwendung in Kirchen, Schlössern,Bürger- und Bauernhäusern eine Mannigfaltigkeit an Materialien undFormen. Neben dem dekorativen Aspekt wurden auch immer prakti-sche Überlegungen miteinbezogen: die sakralen Leuchter erhalteneinen großen Kerzendorn, der der Wachskerze einen guten Haltverleiht; die Kerzentüllen werden durchbrochen gearbeitet, um dieKerzenreste leichter entfernen zu können; eine Traufschale fängt dasüberlaufende Fett auf. Viele Leuchter werden noch zusätzlich mit einerkleinen trichterförmigen Tülle, dem sogenannten Sparer zum Aus-brennen der Kerzenreste versehen. Immer wieder werden die Kerzen-tüllen verstellbar und verschiebbar angebracht; die Leuchter erhaltenLichtschirme, die die direkte Lichtstrahlung abhalten. Und im ländli-chen Bereich werden sie mit großen Griffhaken ausgestattet, die einAufhängen und insbesondere ein bequemes Tragen ermöglichen soll-ten, wenn man die Stube als den einzig beleuchteten Raum verlassenwollte.

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