Vorwort
Seit 80 Jahren befindet sich in der Verwahrung des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde in Wien die einzigartige Kollektion der vomseinerzeitigen k. u. k. Oberstleutnant d. R. Ladislaus Edlen v. Beneschaus den Alpenländern und den angrenzenden Gebieten der Nachbar-staaten zusammengetragenen„, verschiedenartigsten zur Beleuchtungmit Holz, Öl, Talg, Wachs und Pech in Verwendung gewesenenGeräte sowie Zünd- und Löschapparate, vom Mittelalter an bis in dieersten Dezennien des 19. Jahrhunderts, also bis zur epochemachen-den Erfindung des Reibzündhölzchens( in Wien), beziehungsweise biszur Verwendung des Petroleums zu Beleuchtungszwecken". Diesemehr als 1200 Einzelobjekte umfassende Sammlung war dazubestimmt ,,, ein Bild des Beleuchtungswesens, wie es in Mitteleuropa inden letzten fünf Jahrhunderten herrschend war, zu geben, undbietet demnach dem Kulturhistoriker, dem Künstler, insbesonderedem Kunstgewerbe, den Museen und privaten Sammlern sowie denSchulen reichste Ausbeute, Anregung und Aufschluß",') wie esMichael Haberlandt, der Museumsgründer, 1905 anläßlich der Ankün-digung der diese Sammlung begleitenden großen Bildmonographie,, Das Beleuchtungswesen vom Mittelalter bis zur Mitte des 19. Jahr-hunderts aus Österreich- Ungarn" von Ladislaus Edlen von Beneschformulierte. Die hier erkennbare ursprüngliche Sammelintention spie-gelt das seinem Wesen nach noch historistisch ausgerichtete antiqua-rische und kunstgeschichtliche Interesse der Frühzeit des noch einerselbständigen theoretischen Grundlage entbehrenden volkskundli-chen Sammelns wider. Und obgleich Ladislaus Edler v. Benesch imUmkreis des damals um die Erwerbung eines Grundstockes vonvolkskundlichen Sammlungsgegenständen bemühten jungen WienerVolkskundemuseums als ein bedeutender und umsichtiger Feld-sammler zumal aus dem ehemaligen Kronland Krain in der heutigenjugoslawischen Teilrepublik Slowenien aufscheint, 2) blieb dieser einst
1) Michael Haberlandt( Ankündigung), Literatur der österreichischen Volkskunde: DasBeleuchtungswesen vom Mittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. In: Zeitschriftfür österreichische Volkskunde, Jg. XI, 1905, S. 200–201.
2) Klaus Beitl, Vorwort( zur Sammlungsgeschichte des Österreichischen Museums fürVolkskunde aus dem ehemaligen Kronland Krain). In: Volkskunst im slowenischenAlpenland( Oberkrain), Katalog zur gleichnamigen Sonderausstellung des Österreichi-schen Museums für Volkskunde/ Ethnographisches Museum Schloß Kittsee, Kittsee1981, S. 9.
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