Alexandra Schwell, Amalia Barboza, Franziska Becker,Klaus Schönberger
Angewandte Kulturanalyse:Herausforderungen und Fallstricke
Alexandra Schwell: Wer hat Angst vorm Angewandten?
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Welche Rolle können Universitäten, kulturwissenschaftliche Studi-engänge und die universitäre Ausbildung beim„ Öffentlichmachen“,so der Titel der Tagung, spielen? Wie beurteilen wir das Verhältnisvon Universität und außeruniversitärer Praxis, und welche Proble-matiken und auch Potenziale sehen wir? Diese Fragen standen amBeginn der Überlegungen zum Round Table„ Angewandte Kultur-analyse Herausforderungen und Fallstricke“. Mit Amalia Barboza,Franziska Becker und Klaus Schönberger versammelt er drei Ver-treter: innen einer im weiten Sinne verstandenen Angewandten Kul-turanalyse an einem virtuellen Tisch, die sich aus unterschiedlicherPerspektive mit der Frage der Angewandtheit und Anwendbarkeitkulturanalytischen Wissens beschäftigen. Dabei soll es nicht darumgehen, universitär Forschende lediglich zu mehr Öffentlichkeitsarbeitaufzufordern, sondern die Möglichkeiten einer Perspektivierung desAngewandten auszuloten.
Dieses ominöse„ Angewandte“ nimmt dabei viele Gestaltenan und entzieht sich vor dem Hintergrund seiner Vielgestaltigkeiteiner genaueren Definition. Bei der Frage danach, was alles zu einerAngewandten Kulturanalyse gehört, bleibt häufig offen, für welcheForm von Angewandtheit sich die Universität zuständig fühlt – undwo es dann womöglich zu viel, zu weit entfernt, zu – nun eben: zuangewandt wird.
Das Vielnamenfach Kulturanthropologie/ Empirische Kul-turwissenschaft/ Europäische Ethnologie( KA/ EKW/ EE) als einFach, das sich der Analyse der Alltagskultur verschrieben hat, solltenicht davor zurückschrecken, Studierende auch dafür auszubilden,