Andrea Berger
Sorgetragen für ein schwierigesErbe: Provenienzforschung undRestitution öffentlich machen
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Auch heute über 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs-müssen sich viele österreichische Museen täglich mit NS- verfol-gungsbedingt entzogenem Kulturgut auseinandersetzen, denn nochimmer befinden sich unzählige Objekte in den Sammlungen, derenProvenienz noch nicht gänzlich geklärt werden konnte oder derenrechtmäßige Eigentümer_innen noch nicht gefunden werden konn-ten. Darüber hinaus sind die Gegenstände zu nennen, die aufgrundmangelnder Ressourcen oder fehlenden Interesses nie von den Eigen-tümer_innen bzw. deren Rechtsnachfolger_innen übernommenwurden, sowie jene Objekte, die nicht restituiert werden können,weil sie nicht aufzufinden oder zu identifizieren sind. Neben die-sen Gegenständen, die sich noch immer in den Museen befinden,sind Objekte nach erfolgreichen Restitutionen als( Rück-) Ankäufe,Leihgaben oder Schenkungen wieder in den Museen zu finden.Außerdem ist sowohl auf die Lücken, die in den Sammlungen undAusstellungen durch Restitutionen entstanden sind, als auch auf diehinsichtlich ihrer Provenienz zu überprüfenden Neuzugänge in dieSammlung hinzuweisen.
In diesem Spannungsfeld aus zeitlicher Distanz, komple-xen Eigentumsverhältnissen und der Auseinandersetzung mit der( eigenen) Geschichte drängen sich hinsichtlich der musealen Reprä-sentation von NS- verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut, Pro-venienzforschung und Restitution zahlreiche Fragen auf: Werdendie NS- verfolgungsbedingt entzogenen Objekte für die Museums-besucher_innen als solche erkennbar? Wie werden Objektbiografienund die damit verbundene Verfolgung, Gewalt und( Mit-) Schuld dar-gestellt? Wird auf die historischen und aktuellen Eigentums- bzw.Besitzverhältnisse, rechtliche Rahmenbedingungen und aktuelle