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Problematisieren und Sorgetragen : kulturanalytische Konzepte von Öffentlichkeit und Arbeitsweisen des Öffentlichmachens
Entstehung
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Problematisieren und Sorge tragen

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die volkskundlichen( Fach-) Öffentlichkeiten, die in den Kontextender Vereine, Museen und universitären Institute entstehen.

Der historische Anteil von Wissenspraktiken und wissen-schaftlichem Wissen an der Gestaltung von Öffentlichkeit ist viel-fach untersucht worden. So haben der Wissenschaftsforscher BrunoLatour und der Kurator/ Künstler Peter Weibel vor 15 Jahren inder Ausstellung Making Things Public im Zentrum für Kunst undMedien( ZKM) Karlsruhe auf die diversen Praktiken hingewiesen,die zum einen Dinge qua Öffentlichmachen erst zu wissenschaftli-chen Wissensobjekten gemacht haben und zum anderen auf dieseWeise Öffentlichkeit unter dem Vorzeichen von Aufklärung unddemokratischem Anliegen sowie der Entstehung einer bürgerlichenGesellschaft erst hervorgebracht haben.³ Verwissenschaftlichung ist sogesehen aufs Engste mit Vergesellschaftung und dem Versammelnund Verhandeln von Öffentlichkeit verknüpft.

Aus dieser wissensanthropologischen Perspektive ergeben sicheine Reihe von Anknüpfungspunkten an die Rolle ethnografischenWissens in allen Arbeitszusammenhängen der heutigen EKW undderen gesellschaftlichen Wirkungszusammenhänge4: Wie genau habendie Volkskunde und ihre Nachfolgedisziplinen im 19. und 20. Jahrhun-dert Öffentlichkeiten geprägt und gestaltet? Das zeigt der Beitrag vonMartina Röthl am Beispiel der Etablierung feministischer Diskurseund Forschungsnetzwerke im Fach ab den 1980er Jahren. WelcheZuschreibungen von Zuständigkeiten für bestimmte Öffentlichkeitenhaben dabei stattgefundenen? Welche Bedeutung kam hier der Prob-lematisierung von Öffentlichkeit als Idee und von Öffentlichkeiten alsgelebte Alltagskulturen zu- und welche Rolle sollte dies heute spielen?

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Bruno Latour, Peter Weibel( Hg.): Making Things Public: Atmospheresof Democracy. Cambridge, MA 2005.

Siehe dazu einige Fachpublikationen aus den vergangenen Jahrzehnten:Konrad Köstlin, Herbert Nikitsch( Hg.): Ethnographisches Wissen. Zueiner Kulturtechnik der Moderne(= Veröffentlichungen des Instituts fürVolkskunde, 18). Wien 1999; Ina Dietzsch, Wolfgang Kaschuba, LeonoreScholze- Irrlitz( Hg.): Horizonte ethnografischen Wissens. Eine Bestands-aufnahme(= Alltag& Kultur, 12). Wien, Köln Weimar 2009; MichaelaFenske: Kulturwissenschaftliches Wissen Goes Public. Einblicke in denAktionsraum von Wissenschaft und Öffentlichkeit am Beispiel volks-kundlicher Enzyklopädien. In: Historische Anthropologie 19( 1), 2011,S. 112-122.