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Die Museumssammlung - Sammlungsintention, Auswahlkriterien, Kontextualisierung : Inhalte und Strategien der vergangenen 10 Jahre sowie Zielsetzungen für die nächste Dekade ; Beiträge der II. Internationalen Konferenz der Ethnographischen Museen in Zentral- und Südosteuropa in Wien vom 18. - 21. September 2002
Entstehung
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ten die thematischen Interessen meist den Raritäten, den Überbleib-seln früherer Perioden. Die Volkskundler wählten Objekte aus, dieman leicht als Augenzeugen älterer Lebensformen ansehen konnte.Sie sammelten zwar in der Gegenwart, aber interessierten sich inerster Linie für die kulturellen Zusammenhänge der Vergangenheit.Die zeitliche Distanz schuf zudem in vielerlei Hinsicht günstige Vor-aussetzungen für die Methodologie ihrer Vorgehensweise.

Die Spärlichkeit der erhaltenen materiellen Kultur der Ver-gangenheit erlaubte es also, leicht thematische Anhaltspunkte aus derÜberfülle der möglichen Probleme zu finden, und dadurch Gegens-tände oder andere Sorten von Dokumentationen auszuwählen, zubewahren und zu interpretieren. Die späteren Sammlungen begrün-deten sich oft auf diesen bereits früher begonnenen Fällen, und sieversuchten, diese zu ergänzen. Andererseits erschien parallel zumwachsenden Interesse für die Alltagskultur auch die thematischeOrientierung an der Gegenwart. Hermann Bausinger( 1984) machtein seinem Aufsatz darauf aufmerksam, in welchen Kombinationendie unterschiedlichen Erscheinungsformen der zeitlichen Rahmenund der thematischen Interessen erscheinen können.

So vereinfachend darf man natürlich an die Methodologie eth-nographischen Sammelns und volkskundlicher Untersuchungen vie-ler Jahrzehnte nicht herangehen. Aber die immer stärkere Moderni-sierung und Globalisierung( auch) europäischer Staaten brachtenbald einige Skepsis mit sich, ob dieses Vorgehen ohne weiteres wei-tergeführt werden sollte. Hat es noch viel Sinn in wissenschaftli-cher Hinsicht-, sich hauptsächlich mit weiteren Ergänzungen ältererSammlungen und Themen zu beschäftigen, anstatt die heutige Ge-sellschaft in ihrer Komplexität mit ethnographischen Mitteln zu un-tersuchen?

Gegen ein Interesse an der materiellen Kultur der heutigen Ge-sellschaft kann man natürlich gute Argumente heranziehen, doch siegrundsätzlich zu verneinen, wäre eine fast unmögliche Aufgabe.( Bausinger 1984: 104) Aber die Annahme dieser Position bringt eineReihe von Problemen mit sich( oder sie macht sie sichtbar), wie mandas anhand der bisherigen Versuche sehen kann.

Was heißt das für die Methodologie der Volkskunde im allge-meinen? Kann sie ohne grundsätzliche Erweiterung auch im Falle