Druckschrift 
Die Museumssammlung - Sammlungsintention, Auswahlkriterien, Kontextualisierung : Inhalte und Strategien der vergangenen 10 Jahre sowie Zielsetzungen für die nächste Dekade ; Beiträge der II. Internationalen Konferenz der Ethnographischen Museen in Zentral- und Südosteuropa in Wien vom 18. - 21. September 2002
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

109

1920 erwarb das Museum die Sammlung aus dem Nachlass Prof.Josef Klvaňas, die hervorragend schöne und altertümliche Volkssti-ckereien enthält.

Die Sammlung der ehemaligen Unterrichtsanstalt VESNA inBrünn, die im Jahre 1950 übernommen wurde, bietet ein vollständi-ges Bild volkstümlicher Textiltechniken und Ornamentik. Auch diesonstige Sammeltätigkeit ruhte nicht. Heute umfasst die Textilien-sammlung des Mährischen Landesmuseums fast 51.000 Gegens-tände, die größtenteils aus Mähren sowie aus der Slowakei und ver-einzelt aus Böhmen und Schlesien stammen.

Aus den Volkskunstobjekten ragt vor allem die Keramik-sammlung heraus, die mit fast 9.000 Stück die größte Reihe dieserArt bei uns darstellt. Ihren Kern bildet die Volksmajolika mährischerund slowakischer Herkunft, mit einer Gruppe von fast 400 Wieder-täufergefäßen( Habaner) aus dem 17. und Anfang des 18. Jahrhun-derts.

Die Sammlung der Hinterglasmalerei enthält ungefähr 600Bilder vorwiegend aus Böhmen und Mähren, die Sammlung derHolzschnitzerkunst bietet Volksskulpturen und eine stattliche Reihevon Lebkuchenformen. Mehr als 1.200 Ostereier zeigen den Reich-tum dieses Bereichs der Volkskunst in Mähren.

Die Sammlungen werden durch ein Archiv von Zeichnungenbegleitet, das Lichtbildarchiv wurde in den 90er Jahren des 19. Jahr-hunderts angelegt und seither laufend ergänzt.

Heute zählen die Sammlungsbestände der EthnographischenAbteilung des Mährischen Landesmuseums mehr als 100.000 In-ventarnummern. Die Tätigkeit der wissenschaftlichen Mitarbei-ter/ innen der Abteilung bezieht sich vor allem auf das Gebiet derVolkskultur, auf Landwirtschaft, Volksarchitektur, Trachten, Kera-mik und Musikinstrumente. Besondere Aufmerksamkeit wurde me-thodischen Fragen der Museumsarbeit gewidmet, vor allem der Do-kumentation und Bibliographie. Die Bibliothek umfasst 10.000 Bän-de und ist bemüht, alle älteren mährischen und neuen tschechischenDruckschriften volkskundlichen Inhalts zu erwerben. Nun steht dieAbteilung mit ca. 100 ausländischen wissenschaftlichen Anstaltenund Zentralmuseen in regelmäßiger Verbindung und erhält 100 aus-