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Die Museumssammlung - Sammlungsintention, Auswahlkriterien, Kontextualisierung : Inhalte und Strategien der vergangenen 10 Jahre sowie Zielsetzungen für die nächste Dekade ; Beiträge der II. Internationalen Konferenz der Ethnographischen Museen in Zentral- und Südosteuropa in Wien vom 18. - 21. September 2002
Entstehung
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Die Situation im Mährischen Landesmuseum

Im Mährischen Landesmuseum war die traditionelle Samm-lungsstrategie im Bereich der Volkskultur relativ stark und konntenur langsam verändert werden. Daraus folgte, dass eine große Zahlgleicher oder ähnlicher Gegenstände klassischer Genres aus dem 19.Jahrhundert vorhanden war. Ein typischer Beleg dieses Herangehensist der Erwerb der 15. Variante des Vischauer Krugs oder der be-stickten Schürze aus Kyjov. Dieser Trend wurde nun unterbrochen:Von Belegen der klassischen Volkskultur erwerben wir nur mehrsolche, die unsere Sammlung ergänzen( Ergänzung der Entwick-lungsreihe), oder bei denen die Gefahr der Vernichtung oder derAusfuhr droht. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung war dasSammeln von Gegenständen aus den 50er, 60er und 70er Jahren des20. Jahrhunderts, als z.B. die Möbelsammlung wesentlich erweitertwurde. Einen großen Sieg über die traditionelle Sicht bedeutetez.B. die Einreihung des Nylonregenmantels in die Textilsammlung.Durch das konservative Herangehen wurde in der Vergangenheitvieles verpasst, und manchmal können diese Lücken nicht mehr ge-füllt werden( z.B. Spielzeug aus den 40er Jahren). Erfolgreich wardagegen das großflächige Sammeln von Ostereiern, bei welchem imJahre 2.000 ungefähr 1.000 Stück aus ganz Mähren erworben wur-den, was erst die nächste Forschergeneration völlig aufarbeiten wird.

Formen des Erwerbs von Sammlungsgegenständen:

A/ Sammeln vor Ort/ im Feld; B/ Spenden( Widmungen); C/Ankäufe- eigen- oder fremdfinanziert;

Präferenzen der Sammlungsergänzung:

A/ Sammeln vor Ort- Selektion nach Bedarf; B/ Spenden-ebenfalls Selektion nach Bedarf; C/ Beim Ankauf aus dem Budgetdes Trägers; außerdem: nach Bereichen, denen ungenügende Auf-merksamkeit gewidmet wurde, wie Volksreligiosität, Spielzeug oderWeihnachtskrippen; nach dem Alter: ab dem 2. Drittel des 20. Jahr-hunderts, da ältere Gegenstände nur mehr sporadisch vorkommenund in der Zentralsammlung Unikate meistens schon vertreten sind;zur Dokumentation ethnischer und religiöser Minderheiten wie z.B.mährische Kroaten, Deutsche; zur Füllung von Entwicklungslücken