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Die Museumssammlung - Sammlungsintention, Auswahlkriterien, Kontextualisierung : Inhalte und Strategien der vergangenen 10 Jahre sowie Zielsetzungen für die nächste Dekade ; Beiträge der II. Internationalen Konferenz der Ethnographischen Museen in Zentral- und Südosteuropa in Wien vom 18. - 21. September 2002
Entstehung
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Ein Novum in der bisherigen Museumspraxis stellen Kollekti-onen bzw. Einzelgegenstände dar, die im Rahmen der Restitutionihren ursprünglichen Eigentümern zurückerstattet wurden. Nach dem2. Weltkrieg gelangte das Eigentum von Kirchenorden, Kongregati-onen und Privatpersonen( vor allem von Juden) in die Museen; inHinblick auf die gesellschaftliche Stellung der ursprünglichen Besit-zer handelte es sich in der Regel um sehr wertvolle Gegenstände.Unbeachtet der rechtlichen und moralischen Anforderungen der Ei-gentümer stellen die laufenden Restitutionen spürbare Eingriffe indie Sammlungsbestände dar, und die auf diese Weise entstandenenLücken müssen nun gefüllt werden. In einigen Fällen handelt es sichum eine grundsätzliche Störung der Sammlungsreihen, deren Ergän-zung unmöglich ist, da die betreffenden Gegenstände im Lebensall-tag oder auf dem Markt nicht mehr erhältlich sind( z.B. Trachtenbe-standteile, Stickereien). Die Füllung der durch Restitutionen entstan-denen Lücken stellt also einen der Schwerpunkte der Sammlungspo-litik der zentralen Museen dar.

Ein weiterer Eingriff in die bestehenden Sammlungen ist dieZurückerstattung großer Sammlungskomplexe, die in der Vergan-genheit kleinen Dorfmuseen gehörten. In der Mitte des 20. Jahrhun-derts wurden im Rahmen der Zentralisierung der Staatsverwaltungauch Sammlungen von aufgelösten oder geschlossenen Gemeinde-oder Stadtmuseen in die Sammlungen größerer Museen eingeglie-dert; diese Fonds werden nun von den ursprünglichen Besitzern zu-rückverlangt. Anhand der Rückgabe der Sammlungen werden diesekleinen Museen an ihren ursprünglichen Standorten erneuert, wo siein der Regel durch Vereine oder Gemeinden verwaltet werden.

Einen bekannten Trend stellen Bemühungen der Gemeindenum die Gründung eines eigenen Museums dar. In der sozialistischenVergangenheit bekleideten sie die Form der Räume revolutionärerTraditionen", und mit Ausnahme der den Regime- Ikonen gewidme-ten Ecken funktionierten sie auf dem Prinzip der Heimatstube. DerAufbau neuer Dorfmuseen weist aufgrund des wachsenden Lokalpat-riotismus' eine steigende Tendenz auf. Diese Dorfmuseen kopierendas Profil der Heimatmuseen, haben allerdings kein Sammelpro-gramm, ihre Tätigkeit wird durch begeisterte Laien aus den ReihenOrtsansässiger initiiert und garantiert. Der Schwerpunkt liegt im