liedausschuß systematisch gesammelt und geordnet. Überall entstehen Volks-lied- und Volkstanzgruppen, die mit großem Erfolg das so reiche Liedgutunserer Heimat pflegen. Die Burgenland- Festschrift von 1920 enthält eben-falls viel volkskundliches Material. Eine der bedeutendsten, viel volkskund-lichen Stoff enthaltende Zeitschrift„ Burgenland" wird 1927 als ein Nach-richtenblatt des Landesarchives und des Landesmuseums ins Leben gerufen.Die Fortsetzung dieser Zeitschrift erfolgt in den„, Burgenländischen Heimat-blättern", die eine Fülle von volkskundlichem Stoff veröffentlichen. DasHandwörterbuch des Grenz- und Auslanddeutschtums beinhaltet ganz wert-volles Materials über unsere Volkskunde. Ein einmaliges Werk aber ist fürganz Österreich der von Hugo Hassinger und Fritz Bodo herausgegebene,, Burgenlandatlas". Karl Gradwohl gibt eine Sammlung„ BurgenländischeVolkstänze" heraus.
Aber auch die Ungarn, unsere Nachbarn, befassen sich immer noch indankenswerter Weise mit burgenländischer Volkskunde. Erwähnenswert istdas Werk von Friedrich Schwarz ,, Das Ödenburger deutsche Kinderlied".Anton Hermann veröffentlicht eine volkskundliche Studie über die Heanzen alsSonderdruck seiner Arbeit in ,, Österreichisch- ungarische Monarchie". ElemerSchwarz schreibt über die Ortsnamen Westungarns. Die deutschen Heimat-blätter, die in Budapest erschienen sind, bringen viel Stoff burgenländischerHeimatkunde. Leopold Vosahlo beschreibt die deutschen Hochzeitsbräuchedes Heideboden. Erwähnt sollen noch werden Elemer Moor und Bleyer, diewertvolle Beiträge zur Burgenland- Volkskunde leisteten, ebenso KonradSchünemann und wieder von Wien her, Walther Steinhauser.
Schon in den dreißiger Jahren entsteht ein Heimatmuseum in St. Martin.Von St. Martin aus beginnt auch die Pflege des Volksliedes, des Tanzes undder Tracht. Josef Karl Homma schafft ein Heimatmuseum in Pinkafeld.
Große Verdienste erwarben sich beim Aufbau der Volkskundeforschungim Lande die öffentlichen Institutionen. Das Landesmuseum, Landesarchiv,die Landesbibliothek und der damalige Bundesstaatliche Volksbildungsrefe-rent für das Burgenland Dr. Dechant. In seiner Hand lag die Durchführungder volkskundlichen Arbeiten, die für das Volkskundeatlas- Unternehmennotwendig waren. Auf den jährlich wiederkehrenden Volkskunstwochen undin den Lehrerarbeitsgemeinschaften hielt er richtunggebende Vorträge. Inden bäuerlichen Fortbildungs- und Haushaltungskursen allein kam er inrund 100 Vorträgen auf die Wiederbelebung des alten Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtums zu spre-chen. Besondere Verdienste hat aber auch der bis zum Jahre 1938 bestandeneburgenländische Heimat- und Naturschutzverein. Seinem Gründer KarlKritsch er schuf auch das Haydnmuseum in Eisenstadt- gebührt derDank, ebenso Dr. Barb und Dr. Csatkai. In Dankbarkeit müssen wir Burgen-länder aber auch der großen geistigen Hilfe, die uns die Universitäten Wienund Graz, der Verein für Volkskunde und das Museum für Volkskunde inWien boten, gedenken.
Dann kam das Jahr 1938. Unser Land wurde aufgeteilt. Wenn auchnicht alles, so wurde doch vieles durch diese Maßnahme und durch dendarauffolgenden Krieg unterbunden und zerstört. Die bodenständigen Zeit-schriften hörten auf zu bestehen, der Heimat- und Naturschutzverein mußteseine Tätigkeit zum Großteil einstellen, wir hatten keine Volksbildung-referenten, das Archiv wurde ein Filialarchiv des Reichsgau- Archives Nie-
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