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Istrien - Sichtweisen : Begleitbuch zur Ausstellung vom 27. Mai bis 14. Oktober 2001 im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee, vom 26. Oktober 2001 bis 13. Jänner 2002 im Österreichischen Museum für Volkskunde, Wien und vom 5. April bis 31. Oktober 2002 im Etnografischen Museum Istriens, Pazin
Entstehung
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ländlicher Gebäude; Motive im Zusammenhang mit der Einrichtungtraditioneller Häuser( Möbel, Feuerstätten usw.); Keramik, besondersbukalete, glasierte Trinkkrüge; traditionelle Geräte aus der Textilerzeu-gung, Landwirtschaft oder Viehzucht; Figuren von Haustieren wie Zie-gen oder dem boškarin, der einheimischen istrianischen Rinderrasse;kažuni, kreisrunde Feldunterstände; der geographische Umriss Istriensmit Miniaturen von Geräten. Diese Motive werden meistens als, einhei-misch"," typisch istrianisch und, mit der fernen Vergangenheit Istrienszusammenhängend" beschrieben. Mit ihrer Hilfe versuchen die Erzeu-ger das darzustellen, was ihrer Meinung nach ihr Heimatland am bestenrepräsentiert, mit einem Wort, was ,, am meisten istrianisch" ist.Auf diese Weise wird eine weitere Interpretation der istrianischenIdentität geschaffen. Eine solche Selbstdarstellung offenbart aberwieder nicht die kulturelle Vielfalt der Region. Aus den unterschiedli-chen kulturellen Erscheinungen werden nur bestimmte Elementeausgewählt, welche als die besten Manifestationen istrianischer Ein-zigartigkeit angesehen werden.

Der Grad der Istrianität eines bestimmten Gegenstandes wird durchdas Bewertungssystem bestimmt, welches an seine Herstellungangelegt wird. Auf alljährlich in ganz Istrien veranstalteten speziali-sierten Souvenirmessen werden diejenigen Andenken ausgezeich-net, welche vom Standpunkt der Organisatoren die am istrianischs-ten von allen" sind. Dies beeinflusst die Produktion ganz erheblich:Nachdem ein bestimmtes Modell eines ländlichen Hauses ausge-zeichnet worden ist, werden ganz ähnliche Modelle von einer großenAnzahl von Herstellern angefertigt. Auf Grund dessen ist das denBesuchern Istriens angebotene Bild standardisiert.

Die istrianischen Andenken" sind äußerst populär und allgegenwär-tig geworden. Die Medien schenken ihnen viel Aufmerksamkeit, undman kann sie bei allen möglichen Verkaufsstellen sehen: auf Vieh-märkten, an Tankstellen, in Blumengeschäften und in den vornehm-sten Boutiquen. Das Besondere an ihnen ist die Tatsache, dass diemeisten Käufer- abgesehen von den Tourist/ innen, an denen sichder Souvenirmarkt in erster Linie orientiert- die Istrianer/ innen selbersind. Die Andenken sind praktisch überall präsent: in fast jedemGasthaus, in vielen Büros und Haushalten in Istrien. Die Istrianer/ in-nen stellen ihre regionale Zugehörigkeit durch das Ausstellen dieserAndenken in ihren Räumen zur Schau. Derart sind die, istrianischenSouvenirs" nicht nur Marktware, sondern auch Symbole der istriani-schen Identität geworden.

Wie und warum sind die ,, authentischen istrianischen Andenken" soallgegenwärtig geworden? Die Ausweitung des Souvenirmarktes inIstrien steht in Zusammenhang mit dem Massentourismus der sech-ziger und siebziger Jahre. Auf den Andenkenbedarf reagierten zu-

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