Haushaltsformen, wie zum Beispiel die, istrische Küche', zugeschrie-ben wurden. Die ansonsten so häufig beschriebene kulturelle Diver-sität der Trachten, Sprachen, Physiognomien etc. wird, wenn es um, den Istrianer' geht, dann einfach beiseite geschoben, denn:„ Volk isteben Volk, wenn es auch in verschiedenem Rock, sogar in aufge-stutztem Nationalkleid steckt: Denn Volk ist Einfalt und Beschränkt-heit, ist Tüchtigkeit und Natur allenthalben, wo man es aufgreifenmag, außer in der Nähe... der städtischen Weltkultur."( Haberlandt1906, in: Johler 1997, S. 343), Der Istrianer' erscheint somit als dieGesamtheit der ethnographischen Nuancen der istrischen Halbinsel,oder zumindest jener Nuancen, mit denen sich die HabsburgerEthnographen auseinander setzten: Die Gesamtheit der ländlichenBevölkerung, die sich selbst( noch) nicht über die, modernen' natio-nalen Kategorien definierte. Man kann sich des Eindrucks nichterwehren, dass Istrien somit das Sinnbild der Monarchie schlechthindarstellte und dass die Ethnographen in Istrien das Ideal der Vielvöl-kermonarchie zu finden glaubten, in dem gerade die ethnographischeBuntheit als die Stärke des Staates galt.
Das Bild, das bleibt
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In der Konstruktion des idealen Volkes der Tschitschen einerseitsund der Istrianer andererseits scheinen Haberlandt und die öster-reichischen Ethnographen am Traum des Vielvölkerstaates festzu-halten, der nur wenige Jahre später zerbrechen sollte. Das Anliegen,die Nation als primordiale kulturelle Gemeinschaft zu widerlegen,erscheint im Lichte der aktuellen Ethnizitäts- und Nationalismusde-batte und deren Dekonstruktion essentialistischer Vorstellungen derNation erstaunlich aktuell. Das evolutionistische Paradigma scheintjedoch kaum geeignet, um die traditionelle, schichtspezifische, mehr-heitlich bäuerliche Gemeinschaft als eine Alternative gegen die mo-derne, klassenübergreifende, mobile Gesellschaft zu setzen. Wo derEthnograph das, wahre Volk', in dem er einen Zeugen vergangenerKulturstufen zu erkennen glaubt, als mögliche Zukunft präsentiert,widerspricht er der Idee der Evolution schlechthin und gibt sich alsKonservator des vom Untergang bedrohten status quo zu erkennen.In einer Zeit des radikalen Umbruchs scheiterten die österreichischenEthnographen mit ihrem gesellschaftspolitischen Projekt. Was bleibtist eine ethnographische Sammlung, die über den Blick der Ethno-
der Istrianer deren kelto- ligurische Abstammung; Hoernes zählt die Istrianer zu denIllyrern, welche er wieder mit den Albanern in Bezug setzt.
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