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Istrien - Sichtweisen : Begleitbuch zur Ausstellung vom 27. Mai bis 14. Oktober 2001 im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee, vom 26. Oktober 2001 bis 13. Jänner 2002 im Österreichischen Museum für Volkskunde, Wien und vom 5. April bis 31. Oktober 2002 im Etnografischen Museum Istriens, Pazin
Entstehung
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Das gesellschaftliche Projekt: die Suche nach der Authentizität

Allerdings mischte sich dieses akademische Forschungsinteressenicht selten mit einem nostalgischen Blick auf diese zum Untergangverurteilte Welt. ,, Volkskunst", schwärmt denn auch Arthur Haber-landt ,,, ist... Lebenssinn, Lebensinhalt, nicht bloß leerer Kunstbegriff.Sie ist uns Ausdruck einer bestimmten Lebenshaltung, einer Lebens-haltung, die die Menschen zu einer Gemeinschaft zusammenführtund das ihnen Gemeinsame gestaltet"( Haberlandt in: Johler 1997,S. 341). Das von der Moderne als unbeeinflusst wahrgenommene,, wahrhafte Volk" erschien nicht nur als ein faszinierendes Relikt derVergangenheit, sondern auch als eine erstrebenswerte Alternativezur Gegenwart und Zukunft.

Dass die Ethnographen und Volkskundler mit diesem nostalgischenBlick auf die Vergangenheit und auf das Volk als deren lebendigeZeugen keineswegs alleine standen, und wie sehr sich der Blick derEthnographen mit dem nostalgischen Bedürfnis des Bürgertumsmischte, zeigt der Erfolg des 1894 in Wien gegründeten Vereins fürÖsterreichische Volkskunde, der sich die Erforschung der VölkerÖsterreichs und des Balkans zur Aufgabe gemacht hatte: Bereits amEnde des ersten Vereinsjahres zählte die Vereinigung nahezu tau-send Mitglieder( Schindler 1992, S. 63), zu denen, Gelehrte undKünstler, Adelige und hohe Beamte, Prälaten der österreichischenStifte und Klöster... Lehrer und Geistliche" zählten ,,, welche mit demurwüchsigen Volke in engster Fühlung leben und zu den bestenKennern desselben gehören( Haberlandt 1895 in: ibid.). Trotz diesesso engen Kontaktes mit dem urwüchsigen Volke" wurde dieses imUmfeld des Vereines und des Museums für österreichische Volks-kunde kaum als real existierende, unterprivilegierte Unterschichtwahrgenommen und diskutiert, sondern zu einem Ideal erhoben, indem sich, bäuerliche Vergangenheit und bürgerliche Sehnsüchtevermischen"( Jacobeit 1990, S. 53). Das wissenschaftliche Projekt,die Kulturen der Vergangenheit zu studieren, vermischte sich dabeihäufig mit dem Wunsch, diese zu schützen' und in die Zukunft zuretten.

Das politische Projekt: Die Vielfalt der Völker und die Einheitder Monarchie

Die Entdeckung und Idealisierung des, Volkes' war bekanntlich keineSpezifizität des Wiener Vereins- in ganz Europa wurde die natürlicheLebensweise zum nostalgischen Ziel" gebildeter Gesellschafts-schichten, wurde das Leben des ländlichen Volk als moralische

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