und nur wenige Jahre vor dem Ende der Monarchie konstatiert Moser:,, Vom Norden gegen Süden hin, wie von West gegen Ost zeigt sicheine auffallende Verschiedenheit in der Bevölkerung in Sitten, Ge-bräuchen und Trachten, so dass wir förmlich eine Musterkarte voruns haben Für den Ethnographen bleibt hier noch ein gewaltigesStück Arbeit zur Bewältigung..."( Moser 1909, S. 24)
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In der Folge soll das Interesse der Ethnographen an der Traditiona-lität und Heterogenität Istriens diskutiert werden. Dabei soll vor allemnachgezeichnet werden, durch welche wissenschaftlichen, gesell-schaftlichen und politischen Positionen der ethnographische Blick aufIstrien geprägt war und wie dieser Blick das Bild- und mitunter sogardie Realität- Istriens beeinflusste.
Istrien: Vielfalt der Kulturen, Sprachen, Lebensstile
Die immer wieder betonte Heterogenität der Kulturen, Sprachen undLebensstile im Istrien des 19. Jahrhunderts war- obgleich kulturelleVielfalt ein generelles Charakteristikum traditioneller agrarischer Ge-sellschaften darstellte( Gellner 1983, Cole 1985)- sowohl auf dieJahrhunderte lange politische Teilung der istrischen Halbinsel, alsauch auf zahlreiche Migrationen und mehrfache Kolonisierungen derRegion zurückzuführen.
Während das Innere Istriens bereits seit dem 14. Jahrhundert alsKronland unter der Herrschaft der Habsburger gestanden hatte, wardie Küstenregion seit dem 13. Jahrhundert Teil der VenezianischenRepublik gewesen. Der Einfluss Venedigs hatte über Jahrhundertedie Entwicklung der Küstenstädte gefördert, deren Einwohner sich inSprache und Lebensstil an der Markusstadt orientierten. Im InnerenIstriens hatten sich dagegen unter den, deutschen Herren kaumurbane oder kulturelle Zentren gebildet. Hier lebten Bauern vor allemslawischer Sprache( n) fest eingebunden in eine feudale, lokal defi-
von Slowenen, welche wieder in Savriner und Berchiner zerfallen, den südlichenLandestheil angefüllt mit einem Gemengsel von slawischen Ansiedlern aus allenGegenden des westlichen Balkans, theils nach ihrer Urheimat( Montenegriner,Bochesen, Albanesen), theils nach ihrer Sprechweise( Fučki, Bezjaken) benannt,theils schlichtweg als Flüchtlinge( Uskoken) bezeichnet, während alle diese Stämmezum Unterschied von den östlich von der Arsa in geschlossenen Wohngebietenlebenden Kroaten unter dem Namen Morlakken zusammengefasst werden; amWestabhang des Monte Maggiore findet sich eine rumänische Colonie und imunwirtlichen Hochlande die Wohnsitze der räthselhaften Tschitschen."( Stradner1897, S. 111)
4 Bis weit ins 19. oder gar 20. Jahrhundert hinaus differenzierten die Beobachterhäufig nicht zwischen kroatisch, slowenisch, serbisch etc., Slawisch' steht in diesemZusammenhang ebenso wie, Slawen' als ein Überbegriff der sich später differen-zierenden sprachlichen, ethnischen und nationalen Kategorien.
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