Druckschrift 
Istrien - Sichtweisen : Begleitbuch zur Ausstellung vom 27. Mai bis 14. Oktober 2001 im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee, vom 26. Oktober 2001 bis 13. Jänner 2002 im Österreichischen Museum für Volkskunde, Wien und vom 5. April bis 31. Oktober 2002 im Etnografischen Museum Istriens, Pazin
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

im eigenen Museum für Volkskunde im Gartenpalais Schönborn imVIII. Wiener Gemeindebezirk. In seinem prächtigen Tafelwerk ,, Volks-kunst in Österreich"( 1910/14) und in einer kleinen Arbeit über DieVolkskunst in Istrien und Dalmatien" gelingt es ihm, auf knappemRaum die Besonderheiten istrischer Volkskunst zu erfassen.Auch nach dem Zusammenbruch der Monarchie wurde dieses Bildeiner traditionellen Kultur im Museum weiter aufrecht erhalten. Erstals man sich bei der Neuaufstellung der Sammlung nach dem Zwei-ten Weltkrieg im Wesentlichen auf das heutige Österreich beschränk-te, musste die ,, Küche aus Istrien" weichen. Und mit ihr das Tschit-schenpärchen, ebenso das Trachtenpaar auch Cherso( Cres) unddie Frauentracht aus Dignano( Vodnjan). Mit ihrer Deponierungverschwand jedoch auch Istrien aus dem Blickfeld der Museumsbe-sucher.

-

Mit der Gründung des Ethnographischen Museums Schloss Kittseeergab sich die Möglichkeit, Teile der Sammlungsbestände aus Ost-und Südosteuropa neuerlich zu präsentieren. Außerdem wurde mitden ethnographischen Museen der Nachbarstaaten Kontakt aufge-nommen, der nach der Öffnung des Eisernen Vorhanges verstärktfortgesetzt werden konnte. Dadurch gelang es im Verlauf der vergan-genen Jahrzehnte, wichtige Ausstellungen nach Kittsee zu bekom-men. Gleichzeitig wurde das Augenmerk aber auch auf die eigenenSammlungsbestände aus den ehemaligen Ländern der Monarchiegerichtet, um sie einer Sichtung und Neubewertung zu unterziehen.Nach den unter diesem Gesichtspunkt erarbeiteten Ausstellungenüber Bosnien- Herzegowina( 1993/94), Zypern Das Blatt im Meer( 1997) und über Galizien. Ethnographische Erkundung bei denBojken und Huzulen( 1998), folgt nunmehr die Ausstellung über,, Istrien: Sichtweisen". Wie der Titel besagt, geht es in dieser Ausstel-lung, die im Zusammenwirken mit dem Ethnographischen MuseumIstriens in Pazin, dem Österreichischen Museum für Volkskunde inWien und dem ihm affiliierten Ethnographischen Museum SchlossKittsee sowie dem Institut für Europäische Ethnologie der UniversitätWien entstand, darum, zu zeigen, dass das Bild Istriens im Verlaufdes vergangenen Jahrhunderts nicht zuletzt vom jeweiligen Interesseder Ethnographen und ihren Sammlungen geprägt wurde. Eingedenkdieser Tatsache haben wir die Objekte einer gegenseitigen Begut-achtung unterzogen und in einem intensiven Dialog zwischen denkroatischen Kolleginnen aus dem Museum in Pazin und dem Teamaus Wien/ Kittsee, zu dem noch als kenntnisreiche neutrale Beob-achterin" Elke- Nicole Kappus aus der Schweiz hinzugezogen wurde,ein entsprechendes Ausstellungskonzept erarbeitet. Dabei zeigtesich die Notwendigkeit, die Wiener Sammlungslücken durch kroati-sche Bestände zu ergänzen beziehungsweise das einseitige Bild

12