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Istrien: Sichtweisen : Begleitbuch zur Jahresausstellung 2001 im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee vom 27. Mai bis 14. Oktober 2001 und vom 27. Oktober 2001 bis 27. Jänner 2002 im Österreichischen Museum für Volkskunde, Wien
Entstehung
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Spielern und Tänzern; Puppen mit traditionellen Trachten; Modelleländlicher Gebäude; Motive im Zusammenhang mit der Einrichtungtraditioneller Häuser( Möbel, Feuerstätten usw.); Keramik, besondersbukalete, glasierte Trinkkrüge; traditionelle Geräte aus der Textiler-zeugung, Landwirtschaft oder Viehzucht; Figuren von Haustieren wieZiegen oder dem boškarin, der einheimischen istrianischen Rinder-rasse; kažuni, kreisrunde Feldunterstände; der geographische Um-riss Istriens mit Miniaturen von Geräten. Diese Motive werden mei-stens als einheimisch, typisch istrianisch und mit der fernenVergangenheit Istriens zusammenhängend" beschrieben. Mit ihrerHilfe versuchen die Erzeuger das darzustellen, was ihrer Meinungnach ihr Heimatland am besten repräsentiert, mit einem Wort, was,, am meisten istrianisch" ist.

Auf diese Weise wird eine weitere Interpretation der istrianischenIdentität geschaffen. Eine solche Selbstdarstellung offenbart aberauch nicht die kulturelle Vielfalt der Region. Aus den unterschiedli-chen kulturellen Erscheinungen werden nur bestimmte Elementeausgewählt, welche als die besten Manifestationen istrianischer Ein-zigartigkeit angesehen werden.

Der Grad der Istrianität eines bestimmten Gegenstandes wird durchdas Bewertungssystem bestimmt, welches an seine Herstellungangelegt wird. Auf alljährlich in ganz Istrien veranstalteten speziali-sierten Souvenirmessen werden diejenigen Andenken ausgezeich-net, welche vom Standpunkt der Organisatoren die am istria-nischsten von allen" sind. Dies beeinflusst die Produktion ganzerheblich: nachdem ein bestimmtes Modell eines ländlichen Hausesausgezeichnet worden war, wurden ganz ähnliche Modelle von einergroßen Anzahl von Herstellern angefertigt. Auf Grund dessen ist dasden Besuchern Istriens angebotene Bild standardisiert.Die ,, istrianischen Andenken" sind äußerst populär und allgegenwär-tig geworden. Die Medien schenken ihnen viel Aufmerksamkeit, undman kann sie bei allen möglichen Verkaufsstellen sehen: auf Vieh-märkten, an Tankstellen, in Blumengeschäften und in den vornehm-sten Boutiquen. Das Besondere an ihnen ist die Tatsache, dass diemeisten Käufer- abgesehen von den Tourist/ innen, an denen sichder Souvenirmarkt in erster Linie orientiert- die Istrianer/ innen selbersind. Die Andenken sind praktisch überall präsent: in fast jedemGasthaus, in vielen Büros und Haushalten in Istrien. Die Istrianer/ in-nen stellen ihre regionale Zugehörigkeit durch das Ausstellen dieserAndenken in ihren Räumen zur Schau. Derart sind die IstrianischenSouvenire" nicht nur Marktware, sondern auch Symbole der istriani-schen Identität geworden.

Wie und warum sind die ,, authentischen istrianischen Andenken" soallgegenwärtig geworden? Die Ausweitung des Souvenirmarktes in