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Istrien: Sichtweisen : Begleitbuch zur Jahresausstellung 2001 im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee vom 27. Mai bis 14. Oktober 2001 und vom 27. Oktober 2001 bis 27. Jänner 2002 im Österreichischen Museum für Volkskunde, Wien
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Sichtweise: Historischer Fremdenverkehr

Istrien im Blickfeld historischen Interesses

Veronika Plöckinger

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Die gemeinsame Geschichte Österreichs- konkreter der Habsburger-und Istriens begann bereits im 13. Jahrhundert, als diese in den Besitzvon Kärnten und Krain gelangten und weiter nach Süden vorrückten.Die Zeit um 1420 markierte das Ende der Herrschaft der Patriarchen vonAquileia, deren Mark venezianisch wurde. Die Aufteilung Istriens zwi-schen Venedig und Österreich beendete langwierige Kämpfe um denBesitz der Halbinsel, die Grafschaft Mitterburg[ Pisino/ Pazin] wurde mitKrain vereinigt. Durch den Friedensvertrag von Campoformio 1797verlor Venedig die von ihm beherrschten Gebiete an Österreich, dasseine Herrschaft in Istrien unterbrochen durch das napoleonischeZwischenspiel"- bis 1918 ausübte( Sotriffer 1971, S. 9f).Jahrhundertelang war jedoch vor allem das Landesinnere von gerin-gem wirtschaftlichem wie politischem Interesse für Österreich, dases als rückständig und ökonomisch unergiebig ansah. Lediglich Triestund Fiume[ Rijeka/ Reka] rückten in den Mittelpunkt österreichischer( See-) Handelspolitik, indem Fiume 1717, Triest zwei Jahre späterzum Freihafen erklärt wurde, wonach letztere Stadt immer mehr anwirtschaftlicher Bedeutung gewann( Niel 1981, S. 17). Im TriestinerHafen liefen beispielsweise zu Beginn des 19. Jahrhunderts etwa4000 Schiffe mit 200.000 Registertonnen pro Jahr ein, die sich Mittedes Jahrhunderts auf 10.000 mit rund 700.000 Registertonnen erhöh-ten( Escher 1917, S. 3).

Der k.u.k. Kriegshafen Pola

Und noch ein weiterer Hafen erlangte einen besonderen Status unterÖsterreichischer Herrschaft: Die Meeresbucht von Pola[ Pula] an derSüdspitze der Halbinsel bildete- vor der Brandung und durch Hügelvor der aus Nordosten kommenden Bora geschützt- einen vorzüg-lichen Naturhafen, der außerdem durch die vorgelagerten brioni-schen Inseln der Einsicht vom Meer entzogen war. Aus diesenGründen wurde Pola 1848/49 nach dem Wegfall Venedigs zur Zen-tralstation der k.k. Flotte auserwählt und blieb von 18561 bis Novem-1 Die offizielle Grundsteinlegung für das Marinearsenal erfolgte im Beisein von KaiserFranz Joseph I. am 9. Dezember 1856( Mandić 1999, S. 26).

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