Pflügen: eine häufige Darstellung des bäuerlichen Lebens in Istrien
Diese Tatsachen beeinflussten auch den ethnomuseographischenZugang in Istrien in den 60er und 70er Jahren. Dieser Zugang wardurch die damalige Definition des Gegenstandes Ethnographie undEthnologie bestimmt, nach welchem das Interesse der Wissenschaft-ler ausschließlich auf die Formen der Vergangenheit- und zwar nurder ländlichen Gebiete- gerichtet war. Das von städtischen bzw. vonneueren Einflüssen geprägte Material war für die Museen nichtinteressant, sodass die Sammlungen kein Material beinhalteten, mitwelchem die Lebenskultur in den semiurbanen Siedlungen, die socharakteristisch für Istrien sind, interpretiert werden könnte. Aufgrundder Methodologie der damaligen Ethnomusographie und den ideolo-gischen Richtlinien der Kuturpolitik war das Bild des traditionellenLebens Istriens, welches sowohl die ständige als auch die wechseln-den Ausstellungen im Ethnographischen Museum Istriens- der zen-tralen Institution für die Ethnographie Istriens- wie auch in denanderen ethnographischen Sammlungen Istriens boten, ziemlichunvollkommen, teilweise sogar einseitig. Dieses Bild illustrierte nichtdie Eigenheiten der kulturellen Kontakte zwischen den verschiede-nen Völkern und ethnischen Gruppen. Zu den„, verbotenen" Themenzählten auch besonders jene, die mit den religiösen Feiertagen( Weihnachten, Ostern usw.) und religiösem Leben im allgemeinenverbunden sind.