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Galizien : ethnographische Erkundung bei den Bojken und Huzulen in den Karpaten ; Begleitbuch zur Jahresausstellung '98 im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 6. Juni bis 2. November 1998
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Lemberger Professor aber Bekanntschaft mit einer Räuberbande- mitHuzulen, die sich der Rekrutierung zum österreichischen Militär dadurchentzogen haben, daß sie in die Berge geflohen sind und dort Räuber-banden bilden. Damit sind auch die sogenannte Opryschken" erwähnt,die ebenso zum festen Inventar der Huzulen- Berichte gehören wie dieerwähnte Axt, bestimmte Kleidungsstücke und Verhaltensweisen; mit sei-ner Behauptung, daß der Kaiser ein Patent erlassen hätte, das solchenDeserteuren die straffreie Rückkehr in ihre Dörfer ermöglichte( S. 43),bleibt Hacquet allerdings allein so manches Huzulendrama wäre beieiner solchen Gesetzeslage gar nicht erst zustandegekommen.

Hacquet war nicht der einzige, der um die Wende vom 18. zum 19. Jahr-hundert durch die Karpaten reiste und über Land und Leute berichtete; derVergleich mit einem anderen Reisebericht aus dieser Zeit, JosephRohrers Bemerkungen auf einer Reise von der Türkischen Gränze überdie Bukowina durch Ost- und Westgalizien, Schlesien und Mähren nachWien( Wien 1804) zeigt allerdings, wie qualifiziert Hacquets Bericht-erstattung bei all den übernommenen Vorurteilen dennoch ist. AuchRohrer kennt die Bezeichnung Huzulen nicht, wenn er über dieBewohner einiger Dörfer in der Gegend von Nadvirna und Deljatynberichtet, um deren Armut und Rückständigkeit im Vergleich etwa mitTiroler Bauern, die ja noch höhere Berge bewohnten, anzuprangern.² IhrVieh müßte im Freien weiden, es gäbe keine Ställe( S. 81)- Rohrerscheint kein einziges huzulisches Anwesen aus der Nähe gesehen zuhaben, sonst hätte er den Stall bemerkt-, ihre Pferde seien klein underbärmlich( ebd.)- er hat keine Ahnung, daß es sich dabei um eine eige-ne Rasse handelt-, den Räuberhorden könne man nur mit demStandrecht beikommen( S. 95)- diesbezüglich scheint Rohrer dem wah-ren Sachverhalt näher zu sein als Hacquet mit seinem kaiserlichenGnadenerlaẞ.

Neben den Forschern, die die Karpaten besuchten und den Reisenden,die sie durchqueren mußten, meldeten sich bald auch Autoren zu Wort,die aus dieser Gegend stammten und sie- je nach literarischemGeschmack und verbindlichen Kanones- in die Literatur einbrachten. Sohatte man die antike Idylle schon in den Zeiten der polnischenRenaissance und des Barock in konkreten Landschaften Galiziens undder Ukraine angesiedelt, in Gegenden, wo die Dichter der betreffendenVerse selbst heimisch waren. Die Gegend am Prut wird zum ersten Malin den klassizistischen Gedichten des Franciszek Karpiński( 1741-1825)

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