Historisch- ethnographische,, Entdeckungsreise"
zu den Bojken und Huzulenin Ostgalizien
Veronika Plöckinger
Das Gebiet, das 1772 durch die erste Teilung Polens an Österreich-Ungarn fiel, das„ Königreich Galizien und Lodomerien", war knappe 150Jahre lang Kronland der Monarchie.1 Am nordöstlichen Rand desReiches gelegen, umgab das Land ein exotisches Glossar ::: zum Glossareintrag exotisches Flair, das durchzahlreiche literarische und ethnographische Berichte noch verstärktwurde. Die ersten Reisebeschreibungen des späten 18. und frühen19.Jahrhunderts spiegelten das aufkeimende Interesse gebildeterSchichten an Land und Leuten wider und machten neugierig auf einGebiet, das nicht weiter von Wien entfernt war als beispielsweiseVorarlberg.
Ethnographisierung einer Landschaft
Das„ Kronprinzenwerk"
enzyklopädische
Den Reiseberichten folgten statistische undPublikationen, die ihren Höhepunkt im Band 14„ Galizien" des soge-nannten Kronprinzenwerkes fanden. Die umfangreiche Buchreihe„ Dieösterreichisch- ungarische Monarchie in Wort und Bild", angeregt undherausgegeben von Kronprinz Rudolf, enthält Aufsätze und Illustrationenzur Geschichte, Bevölkerung, Wirtschaft und Kultur der einzelnenKronländer, die von Wissenschaftlern, Politikern, Schriftstellern undKünstlern verfaßt worden waren. So schrieb etwa der polnische HistorikerJosef Szujski über„ Die Polen und Ruthenen in Galizien".2
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