"... die Lesewelt auffordernd zu einerWanderung durch weite, weite Lande,zwischen vielsprachigen Nationen,inmitten stets wechselnder Bilder"
Reinhard Johler
Zur Geschichte des Monumentalwerkes,, Die österreichisch- ungarische Monarchiein Wort und Bild", dargestellt am Beispieldes 1898 erschienenen Bandes„ Galizien"
,, Sie haben"- so Kaiser Franz Joseph am 7. September 1894 währendseines Besuches in Lemberg an das angetretene Honoratiorenpublikumgerichtet- ,, einen Beweis geliefert, daß die Berücksichtigung nationalerEigenthümlichkeiten und die Schonung der historischen Traditionen dasBand zwischen dem Staate und dem Lande nur noch fester geknüpfthat." Dies seien„ huldvolle Worte" gewesen, schrieb vier Jahre späterder galizische Historiker und Politiker Michael Bobrzyński, und sie hätten,schnell im Kronland als„ geflügelte Worte" populär geworden, der dortigenpolitischen, aber auch der wissenschaftlichen„ Arbeit einen sicherenHalt❝ zu geben vermocht. Und er fügte hinzu:„ Die Bevölkerung Galiziensist sich aber dessen bewußt, daß sie die Möglichkeit und dieBedingungen dieser nationalen Entwicklung, dieser friedlichen Arbeitund dieses Fortschrittes auf dem Gebiete der geistigen und materiellenCultur der besonderen Huld und Gnade seiner Majestät des KaisersFranz Joseph I. und dem mächtigen Schutze der österreichisch-ungarischen Monarchie verdankt." 1
Dieser Loyalitätsbeweis war nicht zufällig plaziert: Er findet sich im 1898publizierten Band ,, Galizien" des Monumentalwerkes„ Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild". Bobrzyński hatte dort den
43