Gekocht und gebraten wurde mit Hanföl. Fleisch kam selten auf denTisch, teils aus ökonomischen, teils aus religiösen Gründen. 20 DieHuzulen gehörten ebenfalls der griechisch- katholischen Kirche an. IhrFestkalender umfaßte eine Fülle von Festtagen, die ihren vorchristlichenHintergrund nur mühsam verdeckten. Am 5.( nach byzantinischemKalender 18.) Jänner beispielsweise fertigten die Frauen kleineWachskreuze, die sie in der Kirche weihen ließen und danach an Türen,Wände und die Hörner der Rinder und Widder klebten. Das sollte Hexen,Vampire, Verzauberungen und böse Geister von Haus und Hof fernhal-ten.21 Die Huzulen entwickelten eine besonders reiche Vielfalt an ver-zierten Textilien, Keramiken und Ostereiern. Vorerst für denHausgebrauch, Tauschhandel oder bescheidenen Verkauf auf demMarkt bestimmt, verlieh das vermehrte Interesse der Ethnologen diesenProdukten über den Gebrauchswert hinaus auch einen Sammelwert.
Die Almwirtschaft der Huzulen
Ursprünglich betrieben die Huzulen reine Almwirtschaft ohne Ackerbau.Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts befanden sich fast alle Almen imPrivatbesitz der Huzulen. Im Laufe der Zeit änderten sich die Besitz-verhältnisse. So gehörten 1926 schließlich 17 Almen Gutsbesitzern, 35jüdischen Kaufleuten, 26 den Gemeinden und 219 den Huzulen, wobeidie Größe der Almen sehr unterschiedlich war. Auf den hochgelegenenGrundstücken weideten den Sommer über Kühe, Rinder, Pferde,Schweine, Schafe und Ziegen. Die Weidewiesen der Tiere wurden durchZäune aus übereinanderliegenden Brettern an langen Stangen von denMahdwiesen getrennt. Sie waren in Zickzacklinien angelegt, um denstarken Gebirgswinden standhalten und rasch geöffnet werden zukönnen. Mittels Fußbänken konnten die Zäune, die oft über Hirtenpfadevon den Dauersiedlungen auf die Almen führten, leicht überschrittenwerden. 22 Die Weidezeit dauerte von Mitte Mai bis Mitte September.Nach dem gemeinsamen Almauftrieb der gesamten Dorfbevölkerungwurde das Almfeuer entzündet, das zum Schutz von Mensch und Tierden ganzen Sommer brennen sollte. Die Oberaufsicht hatte der leitendeHirte, der watah, der von je einem Hirten pro Tierart unterstützt wurde.Die Männer waren in einfachen Sennhütten aus Holz untergebracht. DieArbeitsvergütung der Hirten bestand meist in Naturalien( Schafkäse,Bekleidung und Verpflegung auf der Alm). Der Alltag auf der Alm wardurch Melken, Milchverarbeitung und Viehhüten geprägt. Zusätzlichsammelten die Hirten Beeren und Pilze und gingen auf Jagd. Am Abendbesserten sie ihre Kleidung aus oder schnitzten kleine Flöten. Die fertigen
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