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Galizien : ethnographische Erkundung bei den Bojken und Huzulen in den Karpaten ; Begleitbuch zur Jahresausstellung '98 im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 6. Juni bis 2. November 1998
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Das Kronprinzenwerk"

Der oben genannte Michael Bobrzynski( 1849-1935) war ein prominenterpolnischer Historiker, der als Professor an den( seit 1872 polnischsprachi-gen) Universitäten Krakau und Lemberg deutsches und altpolnischesRecht lehrte. Im sog. Polenclub" organisiert, war Bobrzyński zudemseit 1885 Mitglied des österreichischen Reichsrates und des galizischenLandtages. Von 1908 bis 1914 war er Statthalter in Galizien, im Jahr1917 Minister für das Kronland Galizien. Es war daher kein Zufall, daßder bekannte Gelehrte und großösterreichische Patriot Bobrzyński zumKreis jener 432 Wissenschaftler und Schriftsteller( neben 264 Künstlernfür die graphische Gestaltung) zählte, die vom Thronfolger ErzherzogRudolf zur Mitarbeit an der Österreichisch- ungarischen Monarchie inWort und Bild❝4 eingeladen wurden: Rudolf stützte sich von Anfang anauf den Kreis seiner bürgerlich- liberalen Lehrer und Freunde, zu denenetwa Adolf Exner, Carl Menger, Anton Gindely oder Karl Emil Franzosgehörten. Und wenn auch über die Auswahlkriterien für die weiterenMitarbeiter noch wenig bekannt ist, scheinen doch die von Rudolf gelei-teten ungarischen und österreichischen Redaktionskomitees auf liberale,oft auch politisch tätige großösterreichische" Gelehrte und Publizistengesetzt zu haben.

Diese Auswahl stieß nicht nur auf heftige antisemitische Vorwürfe- alsLeiter der deutschsprachigen Redaktion firmierte mit Joseph Ritter vonWeilen etwa ein geadelter Jude"-, sondern ließ auch katholische undnationale Kreise erbittert gegen die Buchreihe protestieren. So war zwar,, Die österreichisch- ungarische Monarchie in Wort und Bild", auch wenndie Agitation tschechischer oder rumänischer Nationalisten nicht vergessenwerden sollte, im österreichischen Reichsteil durchaus erfolgreich- jedekonkrete Wahl eines Autors, wie etwa die des Polen Bobrzyński, jedochverschärfte in der Realität nur jene nationalen Ängste und Konflikte, diemit dem, Kronprinzenwerk" eigentlich hätten beruhigt werden sollen.

Erzherzog Rudolf hatte in der Einleitung des ersten, 1887 erschienenenBandes seine Ziele ausführlich formuliert: Als Volksbuch" geplant, solltedie ,, innige Verbindung" des Reiches als ein, Naturgesetz" gezeigt werden:,, Das Studium der innerhalb der Grenzen dieser Monarchie lebendenVölker ist nicht nur für den Gelehrten ein hochwichtiges Feld derThätigkeit, sondern auch von praktischem Werthe für die Hebung derallgemeinen Vaterlandsliebe. Durch den wachsenden Einblick in die

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