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Unter solchen wissenschaftsgeschichtlichen Voraussetzungen hat sichdas fachliche Interesse der österreichischen Volkskunde um die vorigeJahrhundertwende dem- historisch, geographisch, wirtschaftlich, sozial,ethnisch, sprachlich und religiös höchst differenzierten ehemaligenKronland Galizien und dort namentlich Landschaften und Bevölkerungender ostgalizischen Karpaten zugewandt: ,, Von den verschiedenen Völkern,die sich an der Besiedlung der Karpaten insgesamt beteiligten- Rumänen,Polen, Slowaken, Deutsche, Tschechen- waren es die Ukrainer, die imöstlichen Teil den größten Erfolg hatten. Sie besiedelten die Waldkarpatenfast in ihrer ganzen Länge und Breite und machten sie schließlich zueinem ukrainischen Gebirge“.1 Unter diesen„ Gebirgsruthenen“, wie manunter der alten österreichischen Verwaltung die ukrainische Land-bevölkerung bezeichnet hat, wurden von Alexander Barwińskij in seinervor einhundert Jahren verfaßten volkskundlichen Beschreibung dieHuzulen( Huculy) und die Bojken( Bojky) besonders hervorgehoben: ²,, Die ersteren bewohnen die südöstlichen Waldkarpathen von denQuellen des Dniesterflusses Limnycia bis über die Landesgrenze nachUngarn und Bukowina hinaus, während die Bojken die Waldkarpathenwestlich von der Łymnycia bis zum Sannebenfluß Solinka besiedelthaben, wo sie mit den Grenzruthenen Lemki( sogenannt wegen der beiihnen gebräuchlichen Partikel tem= nur) benachbart sind. Die Lemki,welche sich selbst Rusnáky, das ist Ruthenen nennen, bewohnen denniederen Beskid bis über die Landesgrenze hinaus..."
Der Galizien- Kollektion im Österreichischen Museum für Volkskunde ist,nicht zuletzt durch die geschichtlichen Umstände unseres Jahrhundertsbedingt, über die Jahrzehnte hinweg das Schicksal eines mehr oder min-der ,, schlummernden Schatzes" beschieden gewesen, den jetzt zu hebenes mehrfache Gründe gibt. Mit dem Ziel neuer Wissenschafts-kooperationen im wieder offenen bzw. sich weiter öffnenden Europa konn-te mit dem konkreten Forschungs- und Ausstellungsprojekt die histori-sche Verbindung zu den heute westukrainischen Facheinrichtungen,dem Institut für Ethnographie und Museum für Ethnographie undKunsthandwerk der Akademie der Wissenschaften der Ukraine, undderen Vertretern- namentlich in L'viv/ Lemberg- wieder aufgenommenwerden. Ein erstes Ergebnis dieser neuen Zusammenarbeit bildet inzwi-schen das noch über Veranlassung der ehemaligen Außenstelle Lembergdes Österreichischen Ost- und Südosteuropainstitutes anläßlich der
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