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Galizien in Bildern : die Originalillustrationen für das "Kronprinzenwerk" aus den Beständen der Fideikommißbibliothek der Österreichischen Nationalbibliothek
Entstehung
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Karl Ritter von SIEGŁ

Pferdemarkt in Krakau; nach dem Aquarell von JuliuszKossak( 1881) im Wiener Kunsthistorischen Museum

sig. u. dat. ,, Juliusz Kossak 1881"Seitenverkehrter Lichtdruck, laviert14,9 cm x 20,0 cm

Pk 1131/2123

Lit.: ÖUM, 817

Abb. im Bildteil

Juliusz Kossak, der sich als begeisterter Maler von Pferden profi-liert hat, versteht es, die Bewegung, den Ausdruck, das Sich- in-Szene- Setzen" dieses edlen Tieres vor der Kulisse des königlichenSchlosses auf dem Wawel im Beschauer lebendig werden zu las-sen. Sein Aquarell bildet die Vorlage für die meisterhafte Kopievon Karl Ritter von Siegl. Es ist ein imponierendes Bild, wie dieReiter in Krakauer Tracht mit der weißen sukmana" ihre Tierepräsentieren.

Mit dieser Szenerie sind viele Aussagen getroffen. Die Pferdezuchthatte seit jeher in ganz Polen Tradition und wurde mit großerLiebe, ohne Rücksicht auf Rentabilität, gepflegt. In den weitenEbenen des ehemaligen Polen spielte die Reiterei naturgemäßeine wichtige Rolle. Sie bildete den Hauptbestandteil der Heere,und jeder Adelige war verpflichtet, Heerfolge zu Pferd zu leisten.Die so gepflegte Zucht führte zur Ausbildung der besonderen Vor-züge des altpolnischen Pferdes: ausgezeichnete Eignung zumReitpferd, Schnelligkeit und große Ausdauer. Starke Beimischun-gen orientalischen Glossar ::: zum Glossareintrag  orientalischen Blutes während der Kriege gegen die Türkenund Tataren veredelte die ursprüngliche Steppenrasse. Fortge-setzte Einkreuzungen orientalischen Glossar ::: zum Glossareintrag  orientalischen und englischen Blutes hatden ursprünglichen Typus des altponischen Pferdes zu Ende des19. Jahrhunderts bereits stark verwischt. Von geringer Bedeutungwar die Beimischung westlicher Rassen, d. h. von spanischen undfriesischen Pferden.

,, Während der großen Kriege zu Anfang des XIX. Jahrhundertswar das von denselben verschonte Galizien der ständige Lieferantvon Pferden für verschiedene Armeen, was die Pferdezucht nochmehr aufmunterte." Die Nachfrage nach Pferden leichten Schla-ges für die Kavallerie und für Privatgespanne hat nicht nachgelas-sen. Galizien war reich an Pferden wie wenige Länder in Europaund ließ in dieser Hinsicht die übrigen österreichischen Länderweit hinter sich. Die Zählung des Jahres 1890 hat 765.570 Pferdenachgewiesen, das sind 10,1 Pferde auf 100 Hektare productiverFläche und 11,6 Pferde auf 100 Einwohner."( ÖUM, 816-818)Zuchtanstalten fanden sich einerseits auf den landtäflichen Gü-tern mit Pferden orientalischer Glossar ::: zum Glossareintrag  orientalischer und englischer Abstammung undandererseits bei wohlhabenden bäuerlichen Grundbesitzern, dieArmeepferde für das In- und Ausland lieferten. Einen speziellenTypus der bäuerlichen Pferde stellen die Huzulenpferde dar. Siestammen von den polnischen Pferden ab, haben aber durch dieständige Verwendung im Hochgebirge eine besondere Eignungals Reit- und Tragtiere in diesen Gegenden entwickelt.

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Julian FAŁAT

Urwaldpartie aus den Karpaten

sig. Jul Fałat 95"

Tuschzeichnung

50,0 cm x 31,1 cm

Pk 1131/2522

Lit.: ÖUM, 825

Vor dem Beschauer ersteht die Impression eines Stücks unberühr-ten Waldes, durch den bereits der Förster streift. Die Problematiktut sich auf.

Galizien gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zu den wald-reichsten Ländern Europas, wenngleich es auch damals schonwaldlose Flächen gab. Besonders stark waren Teile der westlichenKarpaten von der Abholzung betroffen. Ursprünglich bedecktenUrwälder große Teile der Karpaten, deren Überreste in den östli-

chen Karpathen bis auf unsere Tage[ 1898] sich erhalten haben."Der Verkauf der Nationalgüter und die Zersplitterung großer Gü-terkomplexe gaben den ersten Anstoß zur Abnahme der Wälder. Unbedachte Rodungen und besonders eine übermäßige Wald-nutzung bei fast allgemeinem Mangel wirklicher Forstmänner be-förderten die Entwaldung, welche sich rapid steigerte, als die er-leichterten Verkehrsverhältnisse den Absatz in größere Entfer-nungen nicht nur auf Wasser-, sondern auch auf Landwegen er-möglichten."( ÖUM, 819) Durch bereits forstwirtschaftlich ge-nutzte Wälder gelingt der Zugang zur Wildnis. In den östlichen,beinahe ausschließlich mit Wäldern und Forsten bedeckten Kar-pathen, tief im Gebirge( Ludwikówka, Mizuń, Worochta) findetman noch echte Urwälder, welche ihre Unzugänglichkeit und be-sonders das Fehlen geeigneter wilder Floßwässer vor den Angrif-fen des Menschen schützte und bis auf unsere Tage bewahrte.Durch Wälder, die schon mehr oder weniger forstmäßig genutztwurden, gelangt man allmählig in eine Wildniß, die wirklich er-greifend ist. Den Boden, auf dem uralte geborstene Stämme langhingestreckt oder oft haushoch übereinander gethürmt mor-schen, bildet vorwiegend eine tiefe, halbzersetzte, mit dickenMoospolstern belegte Humusschicht, aus der häufig größereSteinblöcke oder Felsen hervorragen, unter denen nicht selteneine Quelle hervorrieselt, deren Wasser nach kurzem Lauf imGerölle und in moorigen, mit Straußfarn und sprossendem Bär-lapp dicht bewachsenen Schichten verschwindet, um weiterunten desto reichlicher hervorzubrechen.( ÖUM, 824) Die Ten-denz der Zeit strebt dennoch die Nutzung des Waldes an. Se-henswert ist ein solcher Urwald, aber sein Werth als Nutzwald istsehr gering und darum schwindet er und muß endlich den be-wirthschafteten Forsten weichen,..." Allerdings wird- von eini-gen positiven Beispielen pfleglicher Behandlung abgesehen- dieNutzung der Karpatenwälder so betrieben, daß die Waldflächejährlich abnimmt und die Gebirge immer wüster und unproduk-tiver werden.( ÖUM, 826)

Der Baumbestand in den höheren Lagen der Karpaten setzt sichvor allem aus Fichten und Tannen und oft auch Buchen in ver-schiedenen Mischverhältnissen zusammen. In Hochlagen der öst-lichen Karpaten tritt die Zirbelkiefer, gruppenweise oder verein-zelt, auf, und steigt mit der hier schon krüppelig wachsendenBuche und der Grünerle fast bis in die Höhe der Krummholzregi-on."( ÖUM, 823 f.)

Die Folgen der unüberlegten Rodungen waren bereits zu Endedes 19. Jahrhunderts bekannt: Flugsandflächen, schlechtes Wei-deland, oft auch schlechtes Ackerland. Der drohenden Entwal-dung wurde z.B. durch Ansetzen von Kiefern auf Flugsandflächen,durch Aufforsten zerstörter Waldungen- besonders der Gemein-dewälder und durch eine amtliche Kontrolle entgegengewirkt.Ein günstiges Zeichen schien auch die steigende Nachfrage nachgebildeten Forstleuten und eine wenn auch noch schwache Ten-denz, die Wälder des mittleren Großgrundbesitzes schonend undnachhaltig zu bewirthschaften.( ÖUM, 820)

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Julian von ZACHARIEWICZ

Brettsäge mit Wasserbetrieb zu Zawoja unterhalb BabiaGóra

Bleistiftzeichnung, laviert

18,1 cm x 24,1 cm

Pk 1131/2375

Lit.: ÖUM, 831

Julian von Zachariewicz hat mit leichtem Bleistiftstrich das Bildeines Industriebetriebes entworfen, der völlig in Harmonie mitder Natur steht, der er entwachsen ist. Das aus Holz gebaute Werkfügt sich derart in das Gelände, daß es als solches fast nicht kennt-lich wird. Und doch trägt es bei zur verstärkten Nutzung des oftschonungsbedürftigen Waldes. Neben einer nicht unbedeuten-den Holzindustrie, die für den internen Bedarf arbeitete, wurdendie galizischen Wälder zunächst nur durch Sägewerke industriellgenutzt.

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